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Aktuell · 09.07.2026 23:49

Transfer der Tapisserie von Bayeux nach London gestartet

Am 9. Juli 2026 hat der Transport der fast 1.000 Jahre alten Tapisserie von Bayeux Richtung British Museum begonnen. Die Leihgabe wird vom 10. September 2026 bis 11. Juli 2027 in London gezeigt –…

Bayeux – 09.07.2026: Der Transport der Tapisserie von Bayeux in Richtung London hat am 9. Juli 2026 begonnen. Das nahezu 69 Meter lange und reich bestickte Leinentuch soll im British Museum gezeigt werden. Die Abreise war von französischen Behörden seit Monaten vorbereitet und wurde nach mehreren Probeläufen sowie Verpackungstests freigegeben. Die Ausstellung in London ist vom 10. September 2026 bis zum 11. Juli 2027 in der Sainsbury-Ausstellungshalle geplant.

Die Tapisserie aus dem 11. Jahrhundert, die in eindrucksvollen Bildszenen die Eroberung Englands durch die Normannen schildert, gilt als eines der bedeutendsten Textilzeugnisse Europas. Grundlage des Leihgeschäfts ist ein bilaterales Kulturabkommen, das auch Gegenleihen britischer Sammlungen an französische Häuser vorsieht. Zuständige Stellen in Paris und Bayeux verweisen darauf, dass das Werk während des Leihzeitraums durchgängig versichert ist und die Haftungsfragen in Verwaltungsvereinbarungen präzisiert wurden.

Für den Transport werden speziell konzipierte Schutzelemente eingesetzt: stoßdämpfende Verpackungen, Trägersysteme zur Minimierung von Vibrationen sowie kontinuierliche Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchte. Restauratorinnen und Restauratoren begleiten die Strecke, um bei Abweichungen unmittelbar eingreifen zu können. Ein beteiligtes technisches Konsortium hatte vorab Probetransporte mit Messsensorik durchgeführt; die Daten flossen in das finale Protokoll ein, das auch Grenzwerte für Erschütterungen und Klimaschwankungen definiert.

Ein abgestuftes Sicherheitskonzept ergänzt die konservatorischen Vorkehrungen. Es umfasst diskrete Routenplanung, gesicherte Zwischenstopps und eng abgestimmte Maßnahmen mit Behörden. In Frankreich hatten Fachleute und Initiativen wiederholt Bedenken gegen eine Verbringung des empfindlichen Kulturguts geäußert. Vertreter der Museen und des Kulturministeriums verweisen dagegen auf die positiven Begutachtungen, die Genehmigungen der Verwaltung und die dokumentierten Prüfverfahren.

Rechtliche Fragen spielten in der öffentlichen Debatte ebenfalls eine Rolle. In Stellungnahmen wurden verwaltungsgerichtliche Aspekte und die Prüffunktion des Conseil d’État benannt. Die Behörden betonen, dass der Rücktransport vertraglich festgelegt ist und an Zeitpläne für die Wiederaufnahme in Bayeux gekoppelt bleibt. Vor Ort soll die Präsentation nach Abschluss geplanter Renovierungsschritte wieder im Musée de la Tapisserie de Bayeux erfolgen.

Für Bayeux und die Museen der Normandie eröffnet die Leihgabe internationale Sichtbarkeit und Kooperationen mit Partnern in Großbritannien. Zugleich bleibt die Balance zwischen globaler Ausleihe und lokaler Zugänglichkeit Thema. Logistisch gilt die Abstimmung zwischen den Teams in Bayeux und London als komplex, ist nach Behördenangaben jedoch abgeschlossen. In London beginnen nun Aufbau, Licht- und Klimatests, bevor die Ausstellung im September für das Publikum öffnet.

Quellen

  • Ministère de la Culture
  • British Museum
  • Le Figaro
  • Euronews
  • Le Parisien
  • GOV.UK
  • franceinfo

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