Aktuell · 27.06.2026 10:48
Trump droht mit 100%igen Zöllen auf europäische Importe bei Einführung digitaler Dienstleistungssteuern
US-Präsident Donald Trump hat am 26. Juni 2026 angekündigt, Importe aus Ländern mit digitalen Dienstleistungssteuern auf US-Unternehmen mit 100%igen Zöllen zu belegen. Die Europäische Union kündigte eine entschlossene Gegendarstellung an.
Washington – 26.06.2026: US-Präsident Donald Trump hat am 26. Juni 2026 über soziale Medien angekündigt, Einfuhrzölle in Höhe von 100 Prozent auf Produkte aus Ländern zu erheben, die digitale Dienstleistungssteuern auf US-Unternehmen einführen. Diese Maßnahme richtet sich vorrangig gegen europäische Staaten, denen Trump vorwirft, kurz davor zu stehen, solche Steuern einzuführen. Er warnte, dass diese Zölle bestehende Handelsabkommen außer Kraft setzen und sofortige Konsequenzen für die betroffenen Länder nach sich ziehen würden.
Die Europäische Kommission reagierte prompt auf Trumps Ankündigung. Ein Sprecher erklärte, die EU werde „schnell und entschlossen“ antworten, falls diese Drohungen umgesetzt würden. Die Kommission wies darauf hin, dass einseitige Maßnahmen gegen legitime Steuerpolitiken ungerechtfertigt seien. Die digitale Dienstleistungssteuer sei eine universelle Maßnahme, die nicht diskriminierend auf einzelne Unternehmen abziere, sondern weltweit tätige Großkonzerne besteuere.
Die Spannungen entfachen vor dem Hintergrund eines seit dem Vorjahr verhandelten Handelsabkommens zwischen den USA und der EU, das eine Obergrenze von 15 Prozent für Zölle auf die meisten EU-Exporte vorsieht. Digitale Dienstleistungen sind allerdings ausdrücklich ausgenommen. Beim Thema der digitalen Besteuerung gibt es daher keinen Konsens.
Bereits zuvor hatte Trump gegen Frankreich gedroht, der im Jahr 2019 eine 3-prozentige Steuer auf digitale Dienstleistungen eingeführt hatte. Die Steuer betrifft Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 25 Millionen Euro in Frankreich sowie einem globalen Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro. Trump drohte damit, unter anderem französischen Wein mit Zöllen von 100 Prozent zu belegen, sofern die Steuer nicht zurückgenommen werde.
Die derzeitigen Streitigkeiten werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen der globalen Steuerpolitik im digitalen Zeitalter. Während die USA digitale Dienstleistungssteuern als diskriminierend und protektionistisch ansehen, verteidigen europäische Länder diese als notwendiges Mittel zur gerechten Besteuerung multinationaler Technologieunternehmen.
Der weitere Verlauf dieses Handelskonflikts dürfte bedeutende Auswirkungen auf die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen haben. Beobachter erwarten, dass beide Seiten versuchen werden, ihre Interessen durchzusetzen, was jedoch zu einer Eskalation der Zollstreitigkeiten und Unsicherheiten für den internationalen Handel führen könnte. Diese Entwicklung zeigt erneut, wie technische Neuerungen in der Wirtschaft bestehende Handels- und Steuerregeln herausfordern und Anpassungen erfordern.
Neben den unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen könnten die Diskussionen auch Impulse für die geplanten globalen Mindeststeuern auf digitale Unternehmen geben, die derzeit auf internationaler Ebene verhandelt werden. Die Auseinandersetzung bleibt ein Gradmesser für die Fähigkeit weltweit agierender Institutionen, effektive und faire Lösungen für die Besteuerung neuer Geschäftsmodelle zu finden.
Quellen
- AP News
- Franceinfo
- Euronews