Aktuell · 14.07.2026 17:16
Trump verwirft geplante 20-Prozent-Abgabe für Schiffe in der Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump will die angekündigte Abgabe auf Schiffsladungen in der Straße von Hormus nicht erheben. Stattdessen setzt er nach eigenen Angaben auf Handels- und Investitionszusagen der Golfstaaten.
Washington – 14.07.2026: US-Präsident Donald Trump hat seine Ankündigung zurückgezogen, für Fracht auf Schiffen in der Straße von Hormus eine Abgabe von 20 Prozent zu verlangen. Stattdessen sollen Handels- und Investitionsvereinbarungen mit Staaten am Golf die von Washington beanspruchten Kosten für den Schutz der Schifffahrt ausgleichen. Trump erklärte die Kursänderung nach Gesprächen mit politischen Führungen der Region.
Die neue Linie wurde einen Tag nach der ursprünglichen Ankündigung bekannt. Trump hatte am 13. Juli erklärt, die Vereinigten Staaten würden die Durchfahrt durch die strategisch wichtige Meerenge sichern und dafür eine Zahlung verlangen, die sich am Wert der transportierten Ladung orientiere. Wie eine solche Gebühr rechtlich, technisch und praktisch hätte erhoben werden sollen, blieb damals offen.
Nach der nun veröffentlichten Erklärung soll es keine unmittelbare Abgabe für Reeder oder Frachteigentümer geben. Trump sprach von Vereinbarungen über Handel und Investitionen, die verschiedene Golfstaaten in den Vereinigten Staaten tätigen würden. Konkrete Staaten, Summen, Fristen oder rechtsverbindliche Verträge nannte der Präsident zunächst nicht. Auch Details über mögliche Gegenleistungen Washingtons blieben unklar.
Die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman zählt zu den wichtigsten Seewegen für Energie- und Warenlieferungen. Die Sicherheitslage dort ist wegen des Konflikts zwischen den USA und Iran weiterhin angespannt. Berichte über Angriffe auf Handelsschiffe und militärische Aktivitäten haben den zivilen Schiffsverkehr zuletzt erheblich belastet. Viele Reedereien und Versicherer verfolgen die Lage daher besonders genau.
Unverändert bleibt nach Angaben der US-Regierung die harte Haltung gegenüber iranischen Häfen. Trump hatte parallel zur ursprünglichen Gebührenankündigung eine erneute Blockade von Schiffen mit Verbindung zu iranischen Häfen angekündigt. Die Abkehr von der 20-Prozent-Forderung bedeutet somit keine grundsätzliche Entspannung im Streit um die Kontrolle und Sicherheit der Wasserstraße.
Für die Golfstaaten verschiebt sich der Schwerpunkt von einer möglichen direkten Belastung des Seeverkehrs hin zu politischen und wirtschaftlichen Verhandlungen mit Washington. Eine Abgabe auf den Warenwert hätte insbesondere Öl-, Gas- und Frachtschiffe empfindlich treffen können. Zugleich wäre sie für internationale Lieferketten schwer kalkulierbar gewesen, weil die Meerenge für einen bedeutenden Teil der regionalen Energieexporte und für Warenimporte der Golfstaaten entscheidend ist.
Ob die angekündigten Handels- und Investitionsabkommen tatsächlich zustande kommen, ist offen. Ebenso ist nicht geklärt, ob sie Auswirkungen auf die unmittelbare Sicherheit der Handelsschifffahrt haben werden. Die Entscheidung beendet zwar die kurzfristig angekündigte Gebührenforderung, lässt aber wesentliche Fragen zur Durchfahrt, zu militärischen Zuständigkeiten und zu den Beziehungen zwischen Washington, Teheran und den arabischen Golfstaaten bestehen.
Quellen
- Associated Press
- Le Monde
- Yonhap News Agency