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À la une · 06.04.2025 07:18

Trumps Strafzölle treffen Frankreich ins Mark: Wirtschaft im Alarmzustand

Die Nachricht schlug ein wie ein Donnerschlag: Am 2. April 2025 kündigte US-Präsident Donald Trump Strafzölle in Höhe von 20 Prozent auf Importe aus der Europäischen Union an. In Frankreich schrillen seither die Alarmglocken...

Die Nachricht schlug ein wie ein Donnerschlag: Am 2. April 2025 kündigte US-Präsident Donald Trump Strafzölle in Höhe von 20 Prozent auf Importe aus der Europäischen Union an. In Frankreich schrillen seither die Alarmglocken – betroffen sind nicht nur ein paar Branchen, sondern gleich mehrere tragende Säulen der Wirtschaft. Vom Flugzeughersteller Airbus über die weltberühmten Weinkellereien bis hin zu Luxusgiganten wie Kering – niemand bleibt verschont.

Airbus: Turbulenzen über dem Atlantik

Wenn einer derzeit unter Hochdruck steht, dann ist es Airbus. Seit Jahrzehnten ist der europäische Flugzeugbauer ein Aushängeschild französisch-europäischer Industriekompetenz. Die neuen US-Zölle durchkreuzen jedoch diese Erfolgsgeschichte. Denn sie beenden eine seit 45 Jahren bestehende Zollbefreiung – ein Privileg, das plötzlich Geschichte ist.

Die Folgen? Für US-Fluggesellschaften verteuern sich Airbus-Flugzeuge drastisch. Und wenn ein Dreamliner oder A350 plötzlich nicht nur mit technischen Vorteilen, sondern auch mit Zollkosten kalkuliert werden muss, wird der Wettbewerbsvorteil von Airbus zum Wettbewerbsnachteil. Die Unsicherheit am Markt wächst – ebenso wie die Angst um Tausende Arbeitsplätze, auch in Toulouse.

Champagner mit bitterem Beigeschmack

Nicht weniger hart trifft es Frankreichs Winzer. Besonders die Produzenten von Cognac und Champagner, für die der US-Markt einer der wichtigsten Absatzkanäle ist. Ein 20-prozentiger Preisaufschlag könnte viele Amerikaner abschrecken – und das Geschäft einbrechen lassen.

Vincent Dampt, Winzer aus dem Burgund, bringt es auf den Punkt: „Wenn die Exporte einbrechen, wankt unsere ganze Existenz.“ Diese Sorge ist keine Übertreibung. Schon kleinere Rückgänge im US-Geschäft würden sich in ländlichen Regionen wie der Champagne oder dem Bordelais dramatisch bemerkbar machen.

Luxus in der Zwickmühle

Auch die französische Luxusindustrie steht unter Druck. Kering, Mutterkonzern von Marken wie Gucci und Yves Saint Laurent, hat sich entschieden, standhaft zu bleiben: keine Produktionsverlagerung in die USA, keine Anpassung an kurzfristige Zollpolitik. Für François-Henri Pinault, den CEO von Kering, ist klar: Die Seele französischer Luxusmarken liegt im europäischen Handwerk – nicht in einem amerikanischen Industriepark.

Doch diese Haltung hat ihren Preis. Bleiben die US-Zölle bestehen, wird französischer Luxus auf dem amerikanischen Markt teurer – und möglicherweise weniger gefragt. Ein riskanter Balanceakt zwischen Markenidentität und wirtschaftlichem Druck.

Paris kontert – und warnt

Präsident Emmanuel Macron rief bereits europäische Unternehmen dazu auf, Investitionen in den USA vorerst auf Eis zu legen – als politisches Zeichen. Premierminister François Bayrou warnte derweil, dass Frankreichs Wirtschaft durch die Zölle um bis zu 0,5 Prozentpunkte an Wachstum verlieren könnte. Eine ernste Prognose – mit dramatischem Echo für den Arbeitsmarkt.

Brüssel denkt an Vergeltung

Und Europa? Die EU bereitet Gegenmaßnahmen vor – auch auf Druck der Bevölkerung. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage unterstützen 79 Prozent der Dänen und 56 Prozent der Italiener Zollmaßnahmen gegen die USA. Die Rufe nach einer „angemessenen Antwort“ werden lauter.

Doch ein Handelskrieg? Den will eigentlich niemand. Denn wenn sich beide Seiten mit Zöllen überziehen, zahlt am Ende der Konsument: durch höhere Preise, stagnierende Märkte und globale Unsicherheit. Wer will schon einen Bordeaux, der doppelt so viel kostet – oder ein Flugticket, das zum Luxusgut wird?

Was bleibt – und was droht

Die aktuellen Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die Verletzlichkeit internationaler Wirtschaftsbeziehungen – und auf die Macht politischer Entscheidungen. Frankreichs Wirtschaft wurde hart getroffen. Doch sie ist nicht allein. Europas Antwort wird zeigen, ob die EU in Zeiten wirtschaftlicher Erpressung geschlossen auftreten kann – oder ob nationale Interessen am Ende über Solidarität siegen.

Denn eines steht fest: Nur ein diplomatischer Ausweg kann verhindern, dass dieser Handelskonflikt in einen Flächenbrand übergeht.

Von Andreas M. B.

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