Aktuell · 13.07.2026 21:45
Ukraine-Partner beraten in Paris über Europas Sicherheitsrolle
Beim Treffen der Koalition der Willigen in Paris haben die engsten Unterstützer der Ukraine ihre langfristige politische und militärische Unterstützung bekräftigt. Am Abend empfing Präsident Emmanuel Macron mehrere Staats- und Regierungschefs im Elysée-Palast.
Paris – 13.07.2026: Frankreich hat die Staats- und Regierungschefs der Koalition der Willigen zu einem Gipfel in Paris empfangen. Im Anschluss an die Beratungen lud Präsident Emmanuel Macron mehrere Teilnehmer zu einem Abendessen im Elysée-Palast. Das Treffen fiel bewusst auf den Vorabend des französischen Nationalfeiertags und unterstrich den Anspruch von Paris, Europas sicherheitspolitische Verantwortung im Krieg gegen die Ukraine sichtbar zu bündeln.
Nach Angaben des französischen Außenministeriums stand die Koordinierung der langfristigen Unterstützung für Kiew im Mittelpunkt. Die Teilnehmer bekräftigten ihre Absicht, die Ukraine militärisch, finanziell und politisch zu unterstützen sowie die europäische Verteidigungsfähigkeit angesichts der von Russland ausgehenden Bedrohung zu stärken. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm an den Gesprächen in Paris teil und soll am 14. Juli als Ehrengast bei der Militärparade anwesend sein.
Die von Frankreich und Großbritannien getragene Koalition vereint inzwischen 37 Staaten. Moldau und Nordmazedonien kamen zuletzt hinzu. Ihr gemeinsamer Nenner ist die Bereitschaft, die Ukraine über die unmittelbare Kriegslage hinaus abzusichern. Dazu gehören Lieferungen militärischer Ausrüstung, die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung und Planungen für Sicherheitsgarantien nach einem möglichen Waffenstillstand.
Diese Planungen bedeuten nicht, dass bereits ein Einsatz ausländischer Truppen in der Ukraine beschlossen wäre. Die Koalition arbeitet vielmehr an Optionen für eine multinationale Absicherungsstruktur, die erst nach einer Einstellung der Kampfhandlungen greifen könnte. Frankreich und seine Partner verbinden dies mit der Forderung nach einer belastbaren und überprüfbaren Friedensregelung. Ein bloßes Einfrieren des Konflikts ohne Sicherheitsvorkehrungen gilt in Paris als unzureichend.
Der Gipfel war zugleich Teil einer diplomatischen Sequenz vor dem 14. Juli. Die französische Regierung will die Militärparade nutzen, um die europäische Dimension der Unterstützung für die Ukraine zu betonen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden Angehörige aus 35 Staaten der Koalition an der Parade beteiligt sein. Damit erhält das traditionelle nationale Ritual eine deutlich außen- und sicherheitspolitische Akzentsetzung.
Für Macron ist die Zusammenkunft auch ein Signal an Moskau und an die europäischen Partner: Die Hilfe für die Ukraine soll nicht allein von kurzfristigen politischen Entscheidungen abhängen. Ob die Koalition ihre Planungen in konkrete, dauerhaft finanzierte Beiträge überführen kann, wird jedoch von der weiteren Entwicklung des Krieges, den Entscheidungen der Vereinigten Staaten und der Bereitschaft der europäischen Staaten abhängen, ihre Verteidigungsbudgets und militärischen Fähigkeiten auszubauen.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten
- Associated Press
- Französisches Verteidigungsministerium