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Aktuell · 16.07.2026 03:15

Ukrainischer Verteidigungsminister Fedorow tritt im Zuge der Regierungsumbildung zurück

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat seinen Rücktritt erklärt. Sein Abgang folgt auf die vom Parlament beschlossene Entlassung der Regierung von Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko und unterstreicht die Tiefe der von Präsident Wolodymyr Selenskyj angestoßenen…

Kiew – 16.07.2026: Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat seinen Rücktritt erklärt. Der Schritt erfolgte am Mittwoch, 15. Juli, im Rahmen der umfassenden Regierungsumbildung, die Präsident Wolodymyr Selenskyj nach dem Ausscheiden von Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko eingeleitet hat. Fedorow würdigte in einer öffentlichen Erklärung die Arbeit seines Ministeriums, machte jedoch keine Angaben zu einer künftigen Aufgabe.

Der Rücktritt hat eine besondere institutionelle Dimension. Das ukrainische Parlament, die Werchowna Rada, nahm am 14. Juli Swyrydenkos Rücktritt mit 258 Stimmen an. Nach ukrainischem Recht bedeutete dies zugleich das Ausscheiden des gesamten Kabinetts. Fedorows Erklärung ist daher Teil eines formal umfassenderen Regierungswechsels, auch wenn seine Ablösung wegen der zentralen Bedeutung des Verteidigungsressorts besondere Aufmerksamkeit erhält.

Fedorow war erst am 14. Januar 2026 zum Verteidigungsminister ernannt worden. Zuvor hatte der 35-Jährige als Minister für digitale Transformation die Digitalisierung staatlicher Dienste geprägt. Im Verteidigungsministerium stand er für den Versuch, technologische Innovationen, Drohnensysteme und digitale Verfahren stärker mit Beschaffung und militärischer Planung zu verbinden. Seine kurze Amtszeit fiel in eine Phase, in der die Ukraine ihre militärischen Kapazitäten unter dem Druck des russischen Angriffskriegs neu ordnen muss.

Selenskyj hatte die personelle Neuaufstellung bereits am 12. Juli angekündigt und von einer Änderung der politischen Strategie gesprochen. Neben der Regierung stellte er auch Veränderungen an der Spitze von Strafverfolgungsbehörden in Aussicht. Konkrete Begründungen für die Abberufung einzelner Minister erläuterte der Präsident zunächst nicht. Ebenso war am Donnerstagvormittag nicht offiziell bestätigt, wer Fedorow im Verteidigungsministerium nachfolgen soll.

Die Umbildung betrifft damit nicht nur die zivile Regierungsführung, sondern das für die Kriegsführung entscheidende Verhältnis zwischen Präsidialamt, Streitkräften und Rüstungsverwaltung. Das Verteidigungsministerium verantwortet Beschaffung, internationale militärische Unterstützung und wesentliche Teile der organisatorischen Voraussetzungen für die Armee. Ein Wechsel an seiner Spitze kann deshalb auch Auswirkungen auf die Abstimmung mit westlichen Partnern und auf laufende Rüstungsprogramme haben.

Swyrydenko hatte das Amt der Ministerpräsidentin seit Juli 2025 ausgeübt, nachdem sie zuvor Wirtschaftsministerin gewesen war. Selenskyj kündigte an, ihr einen neuen wichtigen Aufgabenbereich in den Beziehungen zu einem zentralen internationalen Partner anzubieten. Ob sie dieses Angebot annimmt und wie die neue Regierung personell zusammengesetzt wird, bleibt offen. Die bevorstehenden Parlamentsentscheidungen werden zeigen, ob die Neuordnung über einen bloßen Personalaustausch hinausgeht.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Werchowna Rada der Ukraine
  • Reuters
  • CBS News
  • United24 Media

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