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Alle Artikel · 26.03.2023 07:24

Umstellung auf Sommerzeit

Bist du heute Morgen gut aus dem Bett gekommen? Fiel es dir leicht, eine Stunde früher aufzustehen? Viele Menschen haben Probleme mit der Zeitumstellung, besonders Ende März mit der auf Sommerzeit: ihnen fehlt die...

Bist du heute Morgen gut aus dem Bett gekommen? Fiel es dir leicht, eine Stunde früher aufzustehen? Viele Menschen haben Probleme mit der Zeitumstellung, besonders Ende März mit der auf Sommerzeit: ihnen fehlt die Stunde!

Schon 2018 hatte die EU-Kommission beschlossen, die Zeitumstellung abzuschaffen. Gemäß einer öffentlichen Umfrage sollte generell die Sommerzeit gelten. Allerdings hatte sich an der Umfrage nur 1 % der EU-Bevölkerung beteiligt – überwiegend Deutsche. Und da die große zentraleuropäische Zeitzone von Polen im Osten bis Spanien im Westen reicht, wurde bisher keine Übereinstimmung erzielt: Will man Sommerzeit oder die normale MEZ, die Mitteleuropäische Zeit? Muss es einheitlich sein oder soll man Zeitinseln – einen „Flickenteppich“ – akzeptieren? Dagegen sprechen z. B. die Probleme, die das nur allein für Bahn- und Flugverkehr mit sich bringen würde. Das Ganze ist nicht einfach!

Wie kam es überhaupt zur Einführung der Zeitumstellung?

Schon 1784 hat Benjamin Franklin im „Journal de Paris“ für einen „Gewinn an Energie durch längere Nutzung der Sonne“ plädiert – er wollte den Kerzenverbrauch senken. Damals verstand aber die überwiegend ländliche Bevölkerung nicht, warum etwas umgestellt werden sollte. Man richtete sich sowieso nach dem Sonnenstand, in Frankreich gab es daher Unterschiede von 50 Minuten zwischen Ost und West.

Erst ein Jahrhundert später mit dem Aufkommen von Eisenbahntransporten wurde eine einheitliche Zeit in Frankreich relevant. 1891 bestimmte man die Pariser Zeit als nationale Zeit. Der Idee einer landeseinheitlichen Zeit nach französischem Vorbild folgten weitere Länder, wobei sich die nationale Zeit nach dem Bezugsmeridian, also der Zeitzone des Landes richtete.

Die Zeitumstellung aus Gründen der Energieersparnis begann im 1. Weltkrieg, in Deutschland 1916, Frankreich folgte ein Jahr später. Nach dem Krieg wurde die Umstellung wieder abgeschafft – bis zum 2. Weltkrieg, wo sie wieder galt. Danach gab es in Deutschland keine einheitliche Regelung, da die Zeitumstellung von den vier Besatzungsmächten unabhängig voneinander bestimmt wurde. Es waren unübersichtliche Zeiten ... Von 1949 bis 1980 wurde in Deutschland die Zeit nicht umgestellt.

In vielen europäischen Ländern, so auch in Frankreich, war die Sommerzeit 1977 als Reaktion auf die Ölkrise von 1973 wieder eingeführt worden. Deutschland, und zwar beide Teile, die BRD und die DDR, folgten dann im April 1980.

Seit 1996 gilt für alle 27 Mitglieder der Europäischen Union und für drei der vier EFTA-Länder (nicht für Island) eine einheitliche Regelung der Zeitumstellung: Jeweils am letzten Sonntag im März bzw. im Oktober werden die Uhren umgestellt.

Die Zeitumstellung steht permanent in der Kritik. Der Nutzen der Umstellung von Normal- auf Sommerzeit ist umstritten, der Spareffekt konnte nie nachgewiesen werden. Aber auch eine ständige Beibehaltung der Sommerzeit, wie von vielen gewünscht, stößt auf Widerstand. Chronobiologen warnen, dass diese nicht dem natürlichen Biorhythmus des Menschen entspreche und dadurch gesundheitliche Gefahren berge ... Im Augenblick liegt die Frage auf Eis, und das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Einstweilen stehen andere Themen im Vordergrund.

Ich wünsche dir, dass dir die Umstellung möglichst schnell gelingt!

Deine Elisa

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