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Alle Artikel · 22.04.2025 05:56

Unwetter in Nouvelle-Aquitaine: Hochwasser-Alarm in fünf Départements

In der beliebten Urlaubsregion Nouvelle-Aquitaine herrscht derzeit Ausnahmezustand. Gleich fünf Départements – Dordogne, Gironde, Corrèze, Charente und Charente-Maritime – stehen seit Sonntag, dem 20. April 2025, unter Hochwasser-Warnstufe Orange. Der französische Wetterdienst Météo-France schlägt...

In der beliebten Urlaubsregion Nouvelle-Aquitaine herrscht derzeit Ausnahmezustand. Gleich fünf Départements – Dordogne, Gironde, Corrèze, Charente und Charente-Maritime – stehen seit Sonntag, dem 20. April 2025, unter Hochwasser-Warnstufe Orange. Der französische Wetterdienst Météo-France schlägt Alarm: Die Flüsse steigen – und das nicht zu knapp.

Wenn Flüsse über die Ufer treten

Besonders betroffen sind die Dronne, die Isle und die Vézère. Wer diese Flüsse sonst als malerische Kulisse für Kanutouren oder Spaziergänge kennt, erkennt sie derzeit kaum wieder. Die Dronne etwa – normalerweise ruhig und gemächlich – ist auf ihrem Unterlauf bereits über die Ufer getreten. Und es wird schlimmer: Der Wasserstand steigt weiter, verbreitete Überschwemmungen sind die Folge.

Auch die Isle und die Vézère, die sich durch die Départements Dordogne und Corrèze schlängeln, stehen auf der Liste der Sorgenkinder. Die orangene Warnstufe bedeutet: Hier sind gefährliche Phänomene unterwegs, die erhebliche Auswirkungen auf Menschen und Eigentum haben können.

Erste Folgen spürbar

In der Dordogne mussten bereits 13 Departementstraßen gesperrt werden – teils unter dramatischen Umständen. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz: Über 20 Mal rückten die Einsatzkräfte in den betroffenen Départements aus. Die Lage wird mit jeder Stunde ernster.

Aus Sicherheitsgründen wurden mehrere Campingplätze evakuiert – eine Maßnahme, die zwar unbequem ist, aber Leben schützen kann. Auch der Bahnverkehr ist beeinträchtigt. Zwar kam es bisher glücklicherweise zu keinen Verletzten, doch die Sachschäden dürften bereits jetzt beträchtlich sein.

Vorsicht ist das Gebot der Stunde

Die Behörden rufen zur Wachsamkeit auf. Wer kann, sollte auf unnötige Wege verzichten. Ganz klar: Straßen, auf denen das Wasser bereits steht, sind tabu – nicht nur wegen der Aquaplaning-Gefahr, sondern auch, weil man die Tiefe oft unterschätzt.

Météo-France erinnert daran, dass die Warnstufe Orange keine Kleinigkeit ist. Sie bedeutet, dass der Alltag aus den Fugen geraten kann – besonders in Regionen, die auf gutes Wetter und verlässliche Infrastrukturen angewiesen sind, wie die ländlichen Teile der Nouvelle-Aquitaine.

Was kommt noch?

So viel ist sicher: Die Gefahr ist noch nicht gebannt. Die Wetterprognosen deuten auf weitere Regenfälle hin – und das in Gebieten, die ohnehin schon gesättigt sind. Der französische Hochwasserdienst SCHAPI – eine Art hydrologisches Frühwarnsystem – beobachtet die Lage rund um die Uhr.

Die Bewohner der betroffenen Gebiete sollen sich regelmäßig über offizielle Kanäle informieren – und, falls nötig, schnell handeln. Es geht darum, vorbereitet zu sein. Denn wer erst im Ernstfall reagiert, verliert wertvolle Zeit.

Die unterschätzte Macht der Natur

Solche Naturereignisse führen uns deutlich vor Augen, wie schnell sich alles ändern kann. Gerade in Gegenden, die sonst für ihre Postkartenidylle bekannt sind, wirkt ein solches Hochwasser besonders surreal. Wer hätte gedacht, dass aus einem harmlosen Bächlein in wenigen Stunden ein reißender Strom wird?

Und auch wenn bislang keine menschlichen Opfer zu beklagen sind – die wirtschaftlichen und emotionalen Schäden können tiefgreifend sein. Existenzen hängen an Gebäuden, Feldern, Straßen.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Wetterlage bald Entspannung bringt und die Flüsse wieder in ihre Betten zurückkehren.

Von Andreas M. Brucker

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