Aktuell · 04.07.2026 09:24
US-Offenlegung: Trump weist für 2025 Krypto-Erlöse von über 1,2 Milliarden Dollar aus
Die neue Finanzoffenlegung des US-Präsidenten listet für 2025 Erträge von mehr als 1,2 Milliarden Dollar aus kryptobezogenen Aktivitäten. Ethikfragen und Transparenzpflichten rücken erneut in den Fokus.
Washington – 04.07.2026: Die jährliche Finanzoffenlegung des Office of Government Ethics (OGE) für US-Präsident Donald J. Trump verzeichnet für das Jahr 2025 Einnahmen von mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar aus Tätigkeiten rund um Kryptowährungen. Das am Freitag veröffentlichte Dokument führt mehrere Posten auf, die von Lizenzeinnahmen und Beteiligungen bis zu Erlösen aus Token- und Coin-Projekten reichen. Die Angaben sind Teil der gesetzlich vorgeschriebenen Transparenzberichte für Spitzenbeamte in Washington.
Die Unterlagen nennen nach übereinstimmenden Medienberichten diverse kryptobezogene Engagements des Präsidenten und seines geschäftlichen Umfelds. Dazu gehören Lizenz- und Markenvereinbarungen, die Vermarktung digitaler Sammelmünzen sowie Beteiligungen an Finanz- und Technologievehikeln mit Krypto-Bezug. Die Summen werden im OGE-Format in Bandbreiten angegeben, mehrere Einträge summieren sich dabei zu einem Ertrag von über 1,2 Milliarden Dollar. Unabhängige Prüfungen der einzelnen Posten liegen nicht vor; die Offenlegung stützt sich auf Eigenauskünfte des Amtsinhabers.
Die Veröffentlichung lenkt den Blick auf mögliche Interessenkonflikte zwischen Regierungsführung und privaten Geschäften. Nach US-Recht dürfen Präsidenten weitreichende Vermögenswerte halten, sind aber zu jährlicher Offenlegung verpflichtet. Ethikexperten verweisen seit Jahren darauf, dass große, volatil bewertete Anlagen wie Kryptowerte die Abgrenzung zwischen Amts- und Privatinteressen erschweren können – etwa, wenn politische Entscheidungen Märkte beeinflussen. Befürworter verweisen dagegen auf die Transparenz der OGE-Prozesse und den Umstand, dass die Formblätter Einkünfte in standardisierten Kategorien erfassen.
Mehrere große US-Medien hatten die Krypto-Einnahmen bereits vorab auf Basis der nun veröffentlichten Formulare berichtet und auf die Breite der Aktivitäten hingewiesen. In den Unterlagen werden neben direkten Erträgen aus Token-Verkäufen auch Lizenzen für digitale Produkte sowie Erträge aus Plattform- oder Partnergeschäften aufgeführt. Wie viel davon aus Kursgewinnen, Gebühren oder Lizenzpauschalen stammt, geht aus den standardisierten Feldern nur teilweise hervor.
Die Offenlegung für 2025 erscheint vor dem Hintergrund eines stark gewachsenen Kryptomarkts in den USA. Regulatorische Fragen liegen dort zwischen Wertpapieraufsicht, Rohstoffaufsicht und FinCEN verteilt; ein übergreifendes Bundesgesetz ist bislang nicht verabschiedet. Beobachter erwarten, dass die Debatte um Trumps private Erträge die politischen Diskussionen über Regulierung, Verbraucherschutz und Marktaufsicht zusätzlich anheizen dürfte.
Formell dienen die OGE-Meldungen der öffentlichen Kontrolle. Bei Falschangaben drohen rechtliche Konsequenzen, die Beweislast für Detailbewertungen liegt jedoch nicht bei der Behörde. Für Anlegerinnen und Anleger bleibt damit zentral, dass die ausgewiesenen Summen Selbstdeklarationen sind, deren wirtschaftlicher Gegenwert je nach Marktlage und Vertragsausgestaltung schwanken kann.
Quellen
- Associated Press
- Reuters
- Washington Post
- Office of Government Ethics
- Forbes
- CBS News
- franceinfo