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Aktuell · 18.07.2026 17:30

UV-Schutzshirts: Was sie leisten und worauf Familien achten sollten

UV-Schutzshirts können unbedeckte Haut wirksam ergänzen, ersetzen aber weder Schatten noch Sonnencreme. Entscheidend sind Kennzeichnung, Passform und der Schutz aller freien Körperstellen.

Paris – 18.07.2026: UV-Schutzshirts gehören im Sommer zunehmend zur Standardausstattung vieler Familien. Sie sollen Kinder und Erwachsene bei Strand-, Bade- und Sporttagen vor schädlicher Sonnenstrahlung schützen und den wiederholten Auftrag von Sonnencreme auf großen Hautflächen verringern. Fachstellen betonen jedoch: Ein solches Shirt ist ein zusätzlicher Schutzbaustein, kein Freifahrtschein für längere Aufenthalte in direkter Sonne.

Die Schutzwirkung hängt vor allem vom Gewebe ab. Dicht gewebte oder speziell behandelte Stoffe halten ultraviolette Strahlung besser ab als sehr dünne, lockere Textilien. Verbraucher sollten auf eine nachvollziehbare UV-Schutzkennzeichnung achten. Die französische Norm NF EN 13758-2+A1 regelt Anforderungen für die Klassifizierung und Kennzeichnung von Kleidung, die gegen solare UV-Strahlung schützen soll.

Ein hoher UV-Schutzfaktor ist besonders für lange Aufenthalte im Freien sinnvoll. Zugleich muss das Kleidungsstück den Körper tatsächlich bedecken: Ein kurzärmliges Shirt schützt weder Unterarme, Hände, Gesicht noch Nacken. Für Kinder empfiehlt sich daher eine Kombination aus langärmligem Oberteil, breitkrempigem Hut und geeigneter Sonnenbrille. Freie Hautstellen müssen weiterhin sorgfältig geschützt werden.

Sonnencreme bleibt auf unbedeckter Haut notwendig. Das Nationale Krebsinstitut weist darauf hin, dass Kleidung, Schatten und das Meiden der stärksten Mittagssonne die wichtigsten Maßnahmen sind. Sonnencreme ergänzt diese Vorsorge, ersetzt sie aber nicht. Sie sollte bei sommerlichen Aktivitäten regelmäßig erneut aufgetragen werden, besonders nach dem Baden, starkem Schwitzen oder dem Abtrocknen mit dem Handtuch.

Auch beim Baden ist Vorsicht geboten. Wasser schützt nicht zuverlässig vor UV-Strahlung, während Licht an der Wasseroberfläche zusätzlich reflektiert werden kann. Ein für das Schwimmen vorgesehenes UV-Shirt kann daher praktisch sein. Familien sollten dennoch prüfen, ob es nach dem Nasswerden eng anliegt, verrutscht oder durch Dehnung und Abnutzung an Schutzwirkung verlieren könnte.

Besondere Zurückhaltung gilt bei Babys und sehr jungen Kindern. Die französische Agentur für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz ANSES bewertet direkte Sonneneinstrahlung für diese Gruppe als ungeeignet, weil ihre Haut besonders empfindlich ist. Auch hochwertige Schutzkleidung darf deshalb nicht dazu verleiten, Säuglinge oder Kleinkinder über längere Zeit der Sonne auszusetzen. Schatten und kurze Aufenthalte im Freien bleiben entscheidend.

Beim Kauf sollten Familien neben der UV-Kennzeichnung auf Größe, Tragekomfort und Pflegehinweise achten. Ein Shirt, das unbequem ist oder zu locker sitzt, wird seltener konsequent getragen. UV-Schutzkleidung ist somit eine wirksame Ergänzung im Alltag, wenn sie Teil eines Gesamtpakets bleibt: Schatten, bedeckende Kleidung, Kopfschutz, Sonnenbrille und Creme für alle nicht bedeckten Körperstellen.

Quellen

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