À la une · 24.03.2022 10:41
Verbraucherportal 'UFC Que choisir' warnt vor Pestiziden in 50% der Obst- und Gemüsesorten
Die Verbraucherorganisation UFC Que Choisir meldet am Donnerstag, dass 50% der Obst- und Gemüsesorten aus intensiver Landwirtschaft mit riskanten Pestiziden kontaminiert sind. Biologische Produkte seien weitaus weniger betroffen. Nicht weniger als 150 krebserregende, mutagene,...
Die Verbraucherorganisation UFC Que Choisir meldet am Donnerstag, dass 50% der Obst- und Gemüsesorten aus intensiver Landwirtschaft mit riskanten Pestiziden kontaminiert sind. Biologische Produkte seien weitaus weniger betroffen.
Nicht weniger als 150 krebserregende, mutagene, reprotoxische oder endokrinschädigende Substanzen wurden gefunden. Am Donnerstag, 23. März, veröffentlichte die Verbraucherorganisation UFC Que Choisir eine Studie über die offiziellen Analysen von 14.000 amtlichen Gesundheitskontrollen von in Frankreich verkauften Lebensmitteln.
Diese Studie zeigt, dass mehr als die Hälfte der getesteten Obst- und Gemüsesorten aus intensiver Landwirtschaft "mit Pestiziden belastet sind, die im Verdacht stehen, krebserregend, fortpflanzungsgefährdend oder DNA-schädigend zu sein oder endokrine Störungen zu verursachen", betont die Verbraucherorganisation.
Nach der Auswertung der offiziellen Analysen dieser 14.000 Proben von biologischen und konventionellen Produkten gibt UFC Que Choisir an, dass man 150 Substanzen gefunden hat, die insbesondere im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.
Äpfel sind die am stärksten kontaminierten Lebensmittel
So wurde bei mehr als der Hälfte, 51%, der Kontrollen von Obst und Gemüse aus intensiver Landwirtschaft mindestens ein riskantes Pestizid gefunden. Bei 30% der Kontrollen wurden nach Angaben der Organisation mindestens zwei riskante Pestizide gefunden.
Die Analysen würden zeigen, dass man in 27,4% der untersuchten Pomelos (Pampelmusen) Pyriproxyfen gefunden habe, das im Verdacht steht, ein endokriner Disruptor zu sein und zu in Brasilien beobachteten Missbildungen des Kopfes und des Gehirns beigetragen zu haben.
Die am stärksten kontaminierten Lebensmittel sind der Studie nach Äpfel, in 80% der Proben wurden Pestizide nachgewiesen. Insbesondere Fludioxonil, ein Fungizid, das im Verdacht steht, ein endokriner Disruptor zu sein, wurde in 48% der Proben gefunden. An zweiter Stelle stehen Kirschen mit 92% positiver Proben. In 47% der Proben wurde Phosmet gefunden, ein Insektizid, das von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit verdächtigt wird, die Fortpflanzungsfunktion zu beeinträchtigen.
Bioprodukte weniger betroffen
Die Studie der Verbraucherorganisation zeigt, dass Lebensmittel aus biologischem Anbau insbesondere aufgrund des Verbots synthetischer Pestizide für diese Art des Anbaus weitaus weniger kontaminiert sind.
UFC Que Choisir stellt fest, dass fast "sechsmal weniger Proben" von Bio-Tomaten mit riskanten Pestiziden kontaminiert sind. Auch bei biologischen grünen Bohnen wurden "siebenmal weniger" und bei Äpfeln "achtmal weniger" kontaminierte Proben gefunden. In den seltenen Fällen, in denen Bio-Produkte kontaminiert sind, ist der Gehalt an Risikopestiziden jedoch viel niedriger als bei konventionellen Produkten, heißt es in der Studie.