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Aktuell · 08.07.2026 14:04

Verbraucherschützer warnen: Viele Sonnencremes auf Temu, Shein und AliExpress fallen im Test durch

Que Choisir Ensemble hat zehn im Netz bestellte Sonnencremes geprüft – neun wiesen schwere Mängel oder Risiken auf. Die Organisation meldet die Produkte den Aufsichtsbehörden.

Paris – 08.07.2026: Die französische Verbraucherschutzorganisation Que Choisir Ensemble (ehemals UFC-Que Choisir) warnt vor Sonnencremes, die auf den Plattformen Temu, Shein und AliExpress verkauft werden. In einer Laborprüfung von zehn online bestellten Produkten stellten die Tester bei neun Proben gravierende Mängel fest – von unzureichendem UV-Schutz bis hin zu problematischen Inhaltsstoffen. Die Ergebnisse wurden den zuständigen Behörden übermittelt.

Laut der Organisation verfehlten mehrere Cremes den ausgelobten Lichtschutzfaktor deutlich. Zudem seien Kennzeichnungen und Pflichtangaben teils unvollständig oder nicht konform mit EU- und französischen Vorgaben. In einem Fall wurde ein Stoff beanstandet, dem in Studien endokrine Effekte zugeschrieben werden. Die Verbraucherschützer sprechen von einem direkten Gefährdungspotenzial für Nutzerinnen und Nutzer, die sich auf die ausgelobten Schutzversprechen verlassen.

Que Choisir Ensemble kündigte an, die betroffenen Produkte bei der DGCCRF (Direction générale de la concurrence, de la consommation et de la répression des fraudes) sowie weiteren Aufsichtsstellen anzuzeigen. Die Behörde kann stichprobenartig Kontrollen veranlassen, Listungen sperren lassen und Sanktionen einleiten, falls Verstöße gegen Produkt- und Kennzeichnungsvorschriften vorliegen. Aus den berichtenden Medien geht hervor, dass Plattformen in Einzelfällen Angebote nach Hinweisen entfernen; vielfach verweisen sie jedoch auf die Verantwortung externer Händler.

Die Warnung reiht sich in eine breitere Debatte um Warenqualität auf grenzüberschreitenden Online-Marktplätzen ein. Bereits in den vergangenen Monaten hatten Tests anderer Produktkategorien auf denselben Plattformen hohe Nonkonformitätsraten gezeigt. Politik und Behörden diskutieren seit dem Frühjahr 2026 schärfere Instrumente gegenüber ausländischen Marktplätzen, die in großem Umfang Kleinsendungen nach Frankreich liefern, etwa strengere Sorgfaltspflichten, schnellere Delisting-Verfahren und erweiterte Marktüberwachung.

Für Verbraucher empfiehlt die Organisation, Sonnenschutz bevorzugt über verlässliche Vertriebskanäle zu beziehen, auf vollständige Deklarationen und Zertifizierungen zu achten und im Zweifel zu getesteten Marken zu greifen. Dermatologische Fachkreise erinnern daran, dass ein wirksamer UV-Schutz – insbesondere für Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut – unverzichtbar ist. Neben der Wahl eines geeigneten Produkts raten sie zu ergänzenden Schutzmaßnahmen wie Schatten, Kleidung, Hut und Sonnenbrille sowie zu großzügigem und regelmäßigem Nachcremen.

Die heute veröffentlichte Untersuchung versteht sich als akutes Informationsangebot zum Start der Hochsaison. Mögliche aufsichtsrechtliche Schritte gegen einzelne Anbieter oder Listungen könnten folgen, sobald die Behörden die eingereichten Hinweise geprüft haben. Betroffene Marken und Plattformbetreiber wurden laut Medienberichten informiert; einheitliche Stellungnahmen lagen zunächst nicht vor.

Quellen

  • Que Choisir Ensemble
  • Le Parisien
  • La Dépêche
  • L'Est Républicain
  • Franceinfo

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