Aktuell · 11.07.2026 06:52
Versteckte Traumstrände vor Cannes: Die Îles de Lérins als stilles Paradies
Nur Minuten von der Croisette entfernt zeigen Sainte-Marguerite und Saint-Honorat eine leise, naturnahe Côte d’Azur – mit Klostertradition, Fort, Kiesbuchten und klaren Regeln zum Schutz von Seegraswiesen.
Cannes – 11.07.2026: Wer an der Croisette aufs Meer schaut, erblickt jenseits der Yachten eine andere Riviera: die Îles de Lérins. Die beiden Hauptinseln Sainte-Marguerite und Saint-Honorat liegen nur eine kurze Fährfahrt entfernt, wirken jedoch wie eine eigene Welt – schattig, salzig, still. Pinien- und Eukalyptuswälder, kiesige Buchten und flaches, klares Wasser prägen das Bild.
Sainte-Marguerite, die größere Insel, lässt sich auf gut markierten Pfaden umrunden. Zwischen dem Duft von Harz und Meer führen Wege zu kleinen Einstiegen ins Wasser, teils mit Felsen, meist mit Kies. Der Fort Royal setzt einen historischen Akzent; seine Mauern erinnern an wechselvolle Seegeschichte der Bucht von Cannes. Von den Uferstellen fällt der Blick oft zurück auf das Festland – Cannes scheint nah und doch fern. Wer badet, sollte Badeschuhe einplanen und Trinkwasser mitnehmen; Kioske und Sanitärpunkte sind vorhanden, aber weit verstreut.
Saint-Honorat zeigt ein anderes Tempo. Seit dem Frühmittelalter prägt ein Kloster das Eiland; Zisterziensermönche bewirtschaften Weinberge und Olivenhaine und wachen über die Ruhe des Ortes. Besucherinnen und Besucher sind willkommen, bewegen sich jedoch in einem Rahmen aus Rücksicht und klaren Wegen. Die Buchten sind kleiner, die Uferlinie zergliedert, ein kurzer Strandabschnitt nahe dem Anleger ergänzt die felsigen Einstiege. Das Kloster öffnet ausgewählte Bereiche, spirituelle Angebote und lokale Produkte bringen eine leise, nicht touristische Note.
Die Anreise ist unkompliziert: In Cannes legen regelmäßig Fähren zu beiden Inseln ab, die Überfahrt dauert nur wenige Minuten. Tickets lassen sich am Hafen oder online erwerben; in der Hochsaison empfiehlt sich frühes Erscheinen. Auf den Inseln sind motorisierte Privatfahrzeuge tabu, Bewegung erfolgt zu Fuß; Fahrräder sind nur eingeschränkt erlaubt. Wer Schnorcheln mag, findet entlang der Felskanten gute Sicht, doch das Ankern privater Boote ist in sensiblen Zonen untersagt.
Der Schutz der Natur ist sichtbar und verbindlich. Teile des Archipels unterliegen strengen Regelungen, um Posidonia-Seegraswiesen, Vögel und Meeresfauna zu bewahren. Bojenfelder lenken Boote, Mülltrennung und Mitnahmeprinzip sind Standard. Badegäste sollten auf ausgewiesene Zonen achten und Küstenvegetation nicht betreten – die Ruhe der Inseln beruht auf dieser Disziplin. Die stillsten Stunden sind morgens und am späten Nachmittag; mittags füllen sich Stege und Picknickplätze, doch wenige Schritte abseits bleibt es erstaunlich ruhig.
Wer Kontraste sucht, findet hier ein ideales Tagesziel: Zwischen Festivalpalästen und Klosterglocken, Strandlaken und Klostergarten liegen nur wenige Seemeilen. Die Îles de Lérins zeigen, wie dicht an Cannes Gelassenheit, Geschichte und geschützte Natur zusammenkommen – ein kurzer Weg, der lange nachwirkt.
Quellen
- Cannes Tourisme
- Cannes.com (offizielle Stadtseite)
- Conservatoire du Littoral
- Plages.tv
- Le Monde