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Aktuell · 18.07.2026 15:00

Vier Verdächtige nach Fund eines großen Drogenlabors in Den Haag festgenommen

Nach dem Fund eines in Betrieb befindlichen Labors für synthetische Drogen in einem Wohnviertel von Den Haag haben die niederländischen Behörden vier Männer festgenommen. Wegen großer Mengen gefährlicher Chemikalien wurden erneut zahlreiche Wohnungen geräumt.

Den Haag – 18.07.2026: Nach der Entdeckung eines groß angelegten, offenbar noch betriebenen Drogenlabors in der Meidoornstraat im Haager Stadtteil Valkenboskwartier hat die niederländische Polizei vier Verdächtige festgenommen. Die Räumung zahlreicher Wohnungen in der unmittelbaren Umgebung wurde am Samstag fortgesetzt, weil bei der Demontage und beim Abtransport chemischer Stoffe ein Leckagerisiko besteht.

Der Einsatz begann am Freitag, 17. Juli, nach einem Hinweis auf einen starken Geruch aus einem Wohnhaus. Einsatzkräfte fanden dort ein Labor sowie erhebliche Mengen an Chemikalien vor. Ein 39-jähriger Mann aus Den Haag wurde im Gebäude angetroffen; er war nach Polizeiangaben mit Flüssigkeiten bedeckt, wurde medizinisch versorgt und anschließend festgenommen.

Am Samstag kamen drei weitere Festnahmen hinzu: ein 34-jähriger Mann aus Voorburg, ein 44-jähriger Mann aus Den Haag und ein 71-jähriger Mann aus Leiden. Ihnen wird eine mögliche Beteiligung am Betrieb des Labors vorgeworfen. Die Ermittlungen dauern an; belastbare Angaben zu den genauen Produktionsmengen oder zur Rolle der einzelnen Beschuldigten liegen bislang nicht vor.

Die Sicherheitsregion Haaglanden ordnete für Samstag erneut die vorsorgliche Räumung derselben Häuser an, die bereits am Vorabend betroffen waren. Bewohner sollten ihre Wohnungen bis 13 Uhr verlassen und mussten mit einer Abwesenheit bis etwa 22 Uhr rechnen. Auch Fahrzeuge sollten aus dem Einsatzbereich entfernt werden, damit Lastwagen und Spezialkräfte ausreichend Platz für den Abtransport der Materialien haben.

Nach Angaben der Behörden handelt es sich um eine außergewöhnlich aufwendige Operation. Die im Haus gelagerten Ausgangsstoffe müssen unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen geborgen werden. Die Ermittler prüfen, ob die Anlage der Herstellung synthetischer Drogen, darunter MDMA und Ecstasy-Tabletten, diente. Eine abschließende chemische Auswertung wurde zunächst nicht veröffentlicht.

Bürgermeister Jan van Zanen bezeichnete ein Drogenlabor dieser Größenordnung in einem dicht besiedelten Viertel als unverantwortlich. Der Vorfall verweist auf ein strukturelles Risiko der organisierten Drogenkriminalität in urbanen Räumen: Produktionsstätten und Chemikalienlager werden nicht nur in Gewerbeobjekten, sondern auch in Wohnungen, Schuppen und Gebäuden in Wohngebieten entdeckt.

Die Polizeieinheit Den Haag registrierte 2025 acht Produktionsorte für synthetische Drogen und 15 Lagerorte für Chemikalien oder technische Ausrüstung. Die Behörden betonen, dass unsachgemäß gelagerte oder verarbeitete Stoffe Brände, Explosionen sowie erhebliche Gesundheits- und Umweltschäden verursachen können. Die Polizei führt nun Befragungen im Viertel durch und bittet mögliche Zeugen um Hinweise.

Quellen

  • ANP via ZeelandNet
  • Politie Eenheid Den Haag
  • Reformatorisch Dagblad via ANP

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