Aktuell · 13.07.2026 09:45
Waldbrand bei Fontainebleau: Rund 200 Menschen verlassen ihre Häuser
Ein großflächiger Brand im Wald von Fontainebleau hat rund 800 Hektar erfasst. Mehrere Häuser wurden vorsorglich evakuiert, während Hunderte Feuerwehrleute und Löschflugzeuge im Einsatz sind.
Noisy-sur-École – 13.07.2026: Ein großflächiger Waldbrand im Westen des Waldes von Fontainebleau hält die Einsatzkräfte in Seine-et-Marne in Atem. Das Feuer war am Sonntag, 12. Juli, am späten Nachmittag nahe der Autobahn A6 ausgebrochen und hatte bis kurz nach Mitternacht rund 800 Hektar erfasst. Die Behörden sprechen von einer außergewöhnlich schwierigen Lage, weil Hitze und Wind die Ausbreitung begünstigten.
Am Montagmorgen wurden zwei aus Südfrankreich entsandte Dash-Löschflugzeuge eingesetzt; außerdem unterstützten Hubschrauber die Kräfte am Boden. Nach Angaben der Feuerwehr waren etwa 400 Feuerwehrleute mobilisiert. Die Luftunterstützung sollte insbesondere verhindern, dass die Flammen auf die Orte Noisy-sur-École und Le Vaudoué übergreifen. Nachts mussten die Flugzeuge ihre Einsätze einstellen, während die Bodenkräfte die Brandränder weiter sicherten.
Anwohnerinnen und Anwohner in gefährdeten Randbereichen wurden vorsorglich aus ihren Häusern gebracht. Etwa 15 Wohnhäuser waren von angeordneten Evakuierungen betroffen; fast 200 weitere Menschen verließen ihre Wohnungen nach Behördenangaben eigenständig. Die Maßnahmen dienten dem Schutz vor Rauch, Funkenflug und einem möglichen schnellen Richtungswechsel des Brandes. Über Verletzte oder Schäden an bewohnten Gebäuden lagen zunächst keine bestätigten Angaben vor.
Der Brand beeinträchtigte auch wichtige Verkehrswege in der Region. Die A6 wurde abschnittsweise gesperrt, und der Bahnverkehr auf der Verbindung zwischen Paris und Lyon war erheblich gestört. Reisende mussten mit langen Verzögerungen rechnen. Die Einsatzleitung appellierte an die Bevölkerung, Sperrungen konsequent zu beachten und die Zufahrten für Feuerwehr, Rettungsdienst sowie Löschfahrzeuge freizuhalten.
Die Forêt de Fontainebleau liegt rund 60 Kilometer südöstlich von Paris und umfasst mehr als 20.000 Hektar. Der Einsatz von Löschflugzeugen aus dem Süden Frankreichs unterstreicht die Dimension des Feuers. Solche Mittel werden normalerweise vor allem in besonders brandgefährdeten Regionen eingesetzt. Das Umweltministerium hatte für die Waldbrandsaison 2026 eine nationale Flotte mit zwölf Canadair- und acht Dash-Flugzeugen ausgewiesen.
Für die kommenden Stunden bleibt entscheidend, ob die Einsatzkräfte alle Glutnester erreichen und eine erneute Ausbreitung verhindern können. Die bisher gemeldete Fläche von rund 800 Hektar beschreibt den Stand vom frühen Montag und kann sich ändern. Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Gemeinden sollten allein amtliche Warnmeldungen verfolgen. Die Ursachen des Brandes waren am Montagvormittag noch nicht öffentlich mitgeteilt worden. Eine Untersuchung zur Brandursache soll nach Abschluss der Akutphase beginnen.
Quellen
- Le Monde, Livebericht unter Berufung auf Feuerwehr und AFP
- Boursorama, AFP-Bericht
- Französisches Umweltministerium, Unterlagen zur Waldbrandsaison 2026