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Aktuell · 13.07.2026 04:45

Waldbrand bei Los Gallardos: Französische Urlauberfamilie hält ihre Taschen bereit

Der schwere Waldbrand bei Los Gallardos in der spanischen Provinz Almería ist nach Behördenangaben stabilisiert. Für eine französische Familie vor Ort bleiben die Tage dennoch von Unsicherheit geprägt.

Los Gallardos – 13.07.2026: Die Taschen stehen bereit, nur das Nötigste soll mit, falls die Aufforderung zur Evakuierung kommt. So beschreibt eine französische Urlauberfamilie ihre Lage in Los Gallardos in der südspanischen Provinz Almería. Ihr Ferienhaus liegt nach Angaben von Franceinfo nahe dem Gebiet, das seit Tagen von einem verheerenden Waldbrand geprägt ist.

Was für Besucher als Sommeraufenthalt gedacht war, ist zu einem Alltag aus Rauch, Sirenen und ständigen Blicken in Richtung der Hügel geworden. Die Familie lebt in einem Haus, das ihr gehört, und berichtet von der Angst, die Flammen könnten näherkommen. Ob und wann sie das Anwesen verlassen müsste, war für sie zunächst offen.

Der Brand war am 9. Juli in der Gegend von Los Gallardos ausgebrochen. Die andalusischen Behörden meldeten inzwischen zwölf Todesopfer. Nach Angaben der Nachrichtenagentur EFE wurden rund 7.000 Hektar auf einem Gebiet mit einem Umfang von etwa 40 Kilometern von den Flammen erfasst. Hunderte Einsatzkräfte waren im Einsatz.

Am 12. Juli erklärten die Behörden den Brand für stabilisiert. Etwa 1.000 Menschen, die noch nicht in ihre Häuser zurückdurften, erhielten nach dieser Entscheidung die Möglichkeit zur Rückkehr. Stabilisiert bedeutet jedoch nicht, dass jede Gefahr ausgeschlossen ist: In einer trockenen Landschaft können Wind, Glutnester und schwer zugängliches Gelände die Arbeit der Löschkräfte weiter erschweren.

Für die Menschen in der Region ist die Nachricht von der Stabilisierung deshalb vor allem ein vorsichtiger Schritt zurück in einen normalen Alltag. Familien prüfen Häuser, Wege und Zufahrten. Urlauber und Anwohner müssen sich zugleich darauf verlassen, dass Warnungen und Anweisungen der Einsatzleitung schnell bei ihnen ankommen.

Die andalusische Regionalregierung hatte wegen der Opfer drei Tage Staatstrauer angeordnet. Die Guardia Civil unterstützte die Suche nach Vermissten und die Sicherung der betroffenen Gebiete. Zur Ursache des Feuers lagen zunächst Hinweise auf ein beschädigtes oder zurückgelassenes Stromkabel vor; die Ermittlungen waren damit aber nicht abgeschlossen.

Für die französische Familie bleibt die Erfahrung auch nach dem Abflauen des Feuers einschneidend. Die gepackten Taschen sind ein kleines Bild für eine Lage, in der Sicherheit plötzlich nicht mehr selbstverständlich ist. Der Brand von Los Gallardos hat gezeigt, wie rasch ein Ferienort zur Gefahrenzone werden kann – und wie sehr Entscheidungen der Einsatzkräfte über Stunden und Tage den Alltag bestimmen.

Quellen

  • Franceinfo
  • EFE
  • Euronews

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