Aktuell · 07.07.2026 02:05
Waldbrand im Massif des Aspres: Ausbreitung gebremst, weitere Löschflugzeuge am Dienstag erwartet
Im Département Pyrénées-Orientales hat ein Großbrand an Tempo verloren, bleibt aber aktiv. Rund 700 Einsatzkräfte sichern Ortschaften, für Dienstag sind zusätzliche Air-Tractor-Maschinen angekündigt.
Trévillach – 07.07.2026: Im südfranzösischen Département Pyrénées-Orientales hat der Waldbrand im Massif des Aspres nach Behördenangaben an Dynamik verloren, ist jedoch noch nicht unter Kontrolle. Die Präfektur meldete in der Nacht auf Dienstag eine spürbare Beruhigung einzelner Fronten. Aufgrund wechselnder Winde und schwer zugänglichen Geländes bleibe die Lage allerdings fragil, weshalb die Einsatzleitung den Schwerpunkt weiterhin auf das Abschirmen von Ortschaften und Verkehrsachsen legt.
Rund 700 Feuerwehrleute mit etwa 200 Fahrzeugen sind seit dem Wochenende im Einsatz, unterstützt von bereits neun Luftfahrzeugen. Betroffen sind vor allem bewaldete Zonen und Garrigue-Flächen. Nach bisherigem Überblick wurden rund zwanzig Wohnhäuser beschädigt, vor allem im Bereich von Rodès. Verletzte wurden zunächst nicht bestätigt. Technische Teams arbeiten an der schrittweisen Wiederherstellung unterbrochener Strom- und Telekommunikationsverbindungen, Priorität haben dabei sicherheitsrelevante Standorte und Sammelpunkte.
Die Einsatzschwerpunkte liegen um Trévillach, Ille-sur-Têt, Bouleternère, Vinça und nördliche Sektoren der Aspres. Evakuierungs- und Absperrmaßnahmen werden lageabhängig angepasst. Präfekt Pierre Regnault de la Mothe rief Anwohner dazu auf, amtlichen Hinweisen zu folgen, Zufahrten für Einsatzkräfte freizuhalten und Wald- sowie Buschgebiete zu meiden. Für Dienstag ist eine Verstärkung aus der Luft angekündigt: Zusätzliche Air-Tractor-Löschflugzeuge sollen präzise Abwürfe an aktiven Flanken ermöglichen. Die Koordination erfolgt zwischen Innenministerium, Präfektur und dem SDIS.
Die Behörden verweisen auf die besondere Topografie der Region: Steile Hänge, enge Täler und ausgetrocknete Vegetation erschweren die Arbeit der Bodentrupps. Hohe Temperaturen und trockene Fallwinde können Glutnester reaktivieren. Feuerwehren richten daher Brandschneisen ein, benetzen kritische Übergänge und sichern Leitungen sowie Trafostationen. Gemeinden haben Aufnahmezentren vorbereitet, um kurzfristige Unterbringungen zu gewährleisten.
Auswirkungen gibt es auch auf Veranstaltungen und Mobilität. Entlang ausgewählter Abschnitte wurden für die Tour de France die Sicherheitsauflagen erhöht; Zuschauerbereiche sind teils eingeschränkt, um Rettungswege zu sichern. Mehrere Departementsstraßen bleiben abschnittsweise gesperrt, Umleitungen sind ausgeschildert. Reisende sollen lokale Verkehrshinweise beachten und offene Feuer strikt vermeiden. Die Präfektur kündigt fortlaufende Lageupdates an.
Zur Ursache des Feuers ermitteln die zuständigen Stellen; gesicherte Erkenntnisse liegen bislang nicht vor. Die Behörden bitten um Hinweise aus der Bevölkerung, insbesondere zu verdächtigen Beobachtungen im Umfeld der ersten Brandmeldung. Für die kommenden Tage bleibt die Alarmbereitschaft erhöht, bis anhaltende Luftunterstützung und kühlere Bedingungen eine umfassende Sicherung der Brandränder erlauben.
Quellen
- Franceinfo
- Präfektur Pyrénées-Orientales
- AFP