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Aktuell · 06.07.2026 10:04

Waldbrand in den Pyrénées-Orientales: 4.600 Hektar verbrannt, Zehntausende in Sicherheit gebracht – Auswirkungen auf die Tour de France

Nördlich von Perpignan tobt seit dem Wochenende ein Großbrand. Mehr als 10.000 Menschen wurden vorsorglich evakuiert, die Behörden rufen zur Vorsicht auf. Innenminister Laurent Núñez will sich vor Ort ein Bild machen; die dritte…

Perpignan – 06.07.2026: Ein großflächiger Waldbrand nördlich von Perpignan hat seit dem Wochenende nach Behördenangaben rund 4.600 Hektar Vegetation erfasst und zu umfangreichen Evakuierungen geführt. Die Präfektur der Pyrénées-Orientales bestätigte in der Nacht auf Montag, dass mehrere Gemeinden vorsorglich geräumt wurden. Insgesamt mussten mehr als 10.000 Menschen ihre Häuser verlassen oder wurden in sichere Zonen geleitet. Verletzte wurden zunächst nicht bekannt, doch die Einsatzkräfte warnten vor anhaltender Gefahr durch wechselnde Winde und Hitze.

Das Feuer soll ersten Meldungen zufolge im Bereich von Trévillach ausgebrochen sein und sich wegen trockener Böden sowie kräftiger Böen rasch ausgedehnt haben. Die Flammenfront erstreckte sich zeitweise über mehrere Kilometer. Hunderte Feuerwehrleute aus dem Département und benachbarten Regionen kämpften in der Nacht mit Unterstützung von Spezialkräften der Sécurité civile gegen neue Brandnester. Am Morgen wurden zusätzlich Löschflugzeuge und Hubschrauber angefordert, um schwer zugängliche Hänge und Buschzonen zu kühlen und Glutlinien zu halten.

Die Präfektur rief Anwohnerinnen und Anwohner dazu auf, Absperrungen strikt zu beachten, Zufahrten für Rettungskolonnen freizuhalten und Schutzräume nur in Absprache mit den Behörden zu verlassen. Mehrere Notunterkünfte wurden eingerichtet, unter anderem in Sporthallen der betroffenen Gemeinden. Strom- und Straßenverbindungen waren abschnittsweise unterbrochen; Einsatzkräfte prüften am Montagvormittag beschädigte Leitungen sowie die Standfestigkeit einzelner Verkehrswege. Schulen in der Nähe der Brandzone blieben geschlossen oder organisierten eine Notbetreuung.

Innenminister Laurent Núñez kündigte für den Nachmittag einen Einsatzbesuch an. Er will sich mit der Präfektur und Führungskräften der Feuerwehr über die Lage und den Bedarf an zusätzlicher Unterstützung abstimmen. Der Minister verwies darauf, dass die Waldbrandsaison landesweit bereits deutlich intensiver verlaufe als im Vorjahr. Die Behörden betonen, Priorität habe der Schutz von Menschenleben; erst danach folgten Sicherungsarbeiten an Gebäuden und Infrastruktur.

Auch der Profiradsport blieb nicht unberührt: Die dritte Etappe der Tour de France wurde wegen Rauchentwicklung und Sperrungen in Teilen der Region angepasst. Organisatoren und Gendarmerie koordinierten Umleitungen, um den Einsatzkorridor der Rettungskräfte freizuhalten. Zuschauerinnen und Zuschauer wurden gebeten, Brandgebiete weiträumig zu meiden und keine zusätzlichen Risiken durch Parken an Zufahrtsstraßen zu verursachen. Je nach Windlage könnten weitere kurzfristige Änderungen notwendig werden.

Meteorologische Dienste meldeten für die kommenden Stunden anhaltend trockene Bedingungen, jedoch leicht nachlassenden Wind. Die Feuerwehr rechnete mit schwierigen Nachlöscharbeiten und mahnte, Brandherde könnten jederzeit wieder aufflammen. Die Präfektur will im Tagesverlauf über Evakuierungen, schrittweise Rückführungen und die Lage an den Hauptachsen informieren.

Quellen

  • Franceinfo
  • La Dépêche du Midi
  • Anadolu Agency

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