Aktuell · 14.07.2026 19:31
Waldbrände bei Fontainebleau eingedämmt, Löscharbeiten dauern an
Nach zwei Tagen intensiver Einsätze sind die Brände im Wald von Fontainebleau unter Kontrolle. Mehr als 800 Feuerwehrleute bleiben im Einsatz, weil Glutnester und eine mögliche Wiederentzündung weiterhin ein Risiko darstellen.
Fontainebleau – 14.07.2026: Die beiden großen Waldbrände im Massiv von Fontainebleau in Seine-et-Marne sind nach Angaben der Behörden unter Kontrolle. Vollständig gelöscht sind sie jedoch noch nicht. Mehr als 800 Feuerwehrleute bleiben vor Ort, um Brandherde abzulöschen, die Ausbreitung zu verhindern und gefährdete Bereiche des weitläufigen Waldgebiets weiter zu sichern.
Die Flammen haben seit dem Ausbruch am Nachmittag des 12. Juli nach bisherigen Angaben etwas mehr als 2.000 Hektar erfasst. Damit ist ein erheblicher Teil des rund 20.000 Hektar großen Waldkomplexes betroffen. Die Einsatzleitung hatte als vorrangiges Ziel ausgegeben, die Feuer bis zum Abend des 14. Juli einzudämmen. Dieses Ziel wurde erreicht, doch die Nachlöscharbeiten werden fortgesetzt.
Zur Bekämpfung der Brände waren neben den Kräften des SDIS 77 umfangreiche nationale Mittel der Zivilschutzkräfte im Einsatz. Löschflugzeuge vom Typ Canadair und Dash sowie Löschhubschrauber unterstützten die Teams am Boden. Die Flugzeuge warfen Wasser und Löschmittel ab, während Feuerwehrleute Brandränder kontrollierten und Glutnester in schwer zugänglichen Waldzonen bekämpften.
Auch die Gendarmerie war mit rund 100 Einsatzkräften eingebunden. Sie sicherte Zufahrten, unterstützte Evakuierungen und hielt nicht berechtigte Personen aus den Gefahrenbereichen fern. Nach Angaben der nationalen Gendarmerie waren zu Beginn des Einsatzes etwa 900 Bewohnerinnen und Bewohner aus Achères-la-Forêt und Le Vaudoué vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. Ein Hubschrauber der Gendarmerie unterstützte die Lagebeobachtung aus der Luft.
Die Behörden betonen, dass ein unter Kontrolle gebrachter Brand nicht mit einer vollständigen Entwarnung gleichzusetzen ist. Unterirdische Glut, Wind und trockene Vegetation können zu neuen Flammen führen. Deshalb bleiben Einsatzkräfte an den Rändern der betroffenen Flächen präsent. Die Luftunterstützung soll auch am 15. Juli verfügbar bleiben, falls sie für eine erneute Brandbekämpfung benötigt wird.
Die Ermittlungen zur Ursache der mehreren Brandherde laufen weiter. Nach Medienberichten befanden sich am Abend vier Personen in Gewahrsam, darunter ein freiwilliger Feuerwehrmann. Die Ermittlungsbehörden haben bislang keine abschließenden Angaben zu möglichen Verantwortlichkeiten gemacht. Für alle Betroffenen gilt bis zu einer gerichtlichen Entscheidung die Unschuldsvermutung.
Der Einsatz zeigt die besondere Verwundbarkeit des Waldes von Fontainebleau bei extremer Trockenheit und hohen Temperaturen. Das Gebiet südlich von Paris zählt zu den bedeutendsten Waldlandschaften Frankreichs und wird stark von Spaziergängern, Kletterern und Touristen genutzt. Zugangsbeschränkungen und Sicherheitsmaßnahmen können daher weiter erforderlich bleiben.
Quellen
- Gendarmerie nationale
- AFP via Boursorama
- Le Monde