Aktuell · 21.07.2026 14:45
Waldbrände in den Alpen und auf Korsika fordern Einsatzkräfte heraus
In den Hautes-Alpes und in Haute-Corse kämpfen Feuerwehrleute weiter gegen Brände in steilem, kaum zugänglichem Gelände. Felsstürze, Wind und lange Anmarschwege erschweren die Einsätze erheblich.
L'Argentière-la-Bessée – 21.07.2026: Über dem Massiv Bois Noir in den Hautes-Alpes hängt weiter Rauch. Zwischen L'Argentière-la-Bessée und Freissinières brennt seit dem Wochenende Vegetation und Wald in einem Gelände, das für Löschfahrzeuge kaum erreichbar ist. Nach Angaben der Präfektur hatte das Feuer am Montag, 20. Juli, gegen 17 Uhr rund 50 Hektar erfasst und sich über ein Plateau in Richtung Freissinières bewegt.
Die Lage ist nicht allein wegen der Flammen gefährlich. Das Feuer brennt am Fuß und entlang einer steilen Felswand; Hitze und instabiler Untergrund erhöhen das Risiko von Steinschlag. Die RD 138A zwischen Champcella und L'Argentière-la-Bessée wurde deshalb gesperrt. Auch die Zufahrt im Vallon du Fournel ist eingeschränkt, damit Feuerwehr und Rettungskräfte ungehindert passieren können.
40 Feuerwehrleute, eine auf schwieriges Gelände spezialisierte Einheit sowie zwei leichte Löschhubschrauber waren nach dem offiziellen Lagebericht im Einsatz. Ein Dash-Löschflugzeug sollte mit Brandschutzmittel eine Barriere gegen die weitere Ausbreitung schaffen. Die Gemeinde L'Argentière-la-Bessée ließ zudem mit Baumaschinen eine Zufahrt anlegen, damit die Kräfte näher an den Brandherd gelangen können.
Vorsorglich wurden am Montagabend elf Bewohner des Weilers Le Plan in Sicherheit gebracht. Nicht die unmittelbare Nähe der Flammen, sondern die Gefahr herabstürzender Felsblöcke gab den Ausschlag. Das Waldgebiet Bois Noir bleibt für Wanderer, Kletterer, Mountainbiker und andere Freizeitnutzer geschlossen. Auch die Silberminen von L'Argentière-la-Bessée stellten ihren Kulturbetrieb vorerst ein.
Auf Haute-Corse kämpfen die Einsatzkräfte zugleich in den Bergregionen um Corte und Albertacce gegen mehrere Brandherde. Dort hatten Blitzeinschläge die Feuer ausgelöst. In der Restonica-Schlucht bei Corte und im Wald von Valdu Niellu bei Albertacce machten steile Hänge, schwer zugängliche Brandstellen und auffrischende Feuer die Arbeit besonders riskant. Mehrere Wanderwege wurden auf Anordnung der Präfektur geschlossen.
Am Sonntag, 19. Juli, waren auf Korsika mehr als 200 Kräfte am Boden im Einsatz, unterstützt von zwei Pelican-Löschflugzeugen, einem Puma-Löschhubschrauber und einem Aufklärungsflugzeug. Zahlreiche Wanderer waren zuvor aus betroffenen Bereichen gebracht worden. Die Behörden mahnen, Sperrungen unbedingt zu beachten: In den engen Tälern können schon einzelne Fahrzeuge oder Schaulustige Rettungswege blockieren.
Die beiden Einsätze zeigen, wie sehr der Erfolg der Brandbekämpfung vom Gelände abhängt. Frankreichs Sicherheitsbehörden koordinieren die Verteilung überregionaler Löschmittel zentral von Nimes aus. Für Korsika sind in der Waldbrandsaison unter anderem zwei Canadair und ein schwerer Löschhubschrauber vorgesehen. Vor Ort aber entscheiden oft Wind, Fels und die Frage, ob Menschen gefahrlos bis an den Brandrand gelangen können.
Quellen
- Präfektur der Hautes-Alpes
- Präfektur der Haute-Corse laut AFP-Berichten
- Ministerium für ökologischen Wandel und territoriale Kohaesion