Aktuell · 14.07.2026 18:01
Waldbrände in Fontainebleau erfassen mehr als 2.000 Hektar
Zwei Waldbrände im Massiv von Fontainebleau haben bis Dienstagmittag mehr als 2.000 Hektar erfasst. Mehr als 800 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen, während die Ermittlungen zur Ursache laufen.
Fontainebleau – 14.07.2026: Die Waldbrände im Massiv von Fontainebleau haben bis Dienstagmittag mehr als 2.000 Hektar erfasst. Präfekt Pierre Ory setzte den über 800 eingesetzten Feuerwehrleuten das Ziel, die beiden Brandherde noch im Tagesverlauf unter Kontrolle zu bringen. Der größte Brand war am Sonntag, 12. Juli, am späten Nachmittag nahe der Autobahn A6 ausgebrochen und hatte rund 1.600 Hektar durchzogen.
Ein weiterer Brandherd kam am Montag hinzu. Die Lage blieb am Dienstag angespannt, weil sich die Feuer in einem besonders trockenen Waldgebiet ausbreiteten. Nach Angaben der Behörden wurden rund 1.000 Menschen aus gefährdeten Bereichen vorsorglich in Sicherheit gebracht. Betroffen waren unter anderem Gemeinden und Weiler am Rand des Waldmassivs südlich von Paris.
Die Einsatzkräfte konzentrieren sich darauf, Häuser, Verkehrswege und die Bevölkerung zu schützen sowie ein weiteres Übergreifen der Flammen zu verhindern. Neben den Feuerwehrleuten sind zahlreiche Gendarmen im Einsatz. Sie sichern Zufahrten, unterstützen Evakuierungen, halten Verkehrsachsen für Rettungsfahrzeuge frei und schützen geräumte Gebiete vor unbefugtem Zutritt.
Innenminister Laurent Nuñez hatte sich bereits am Montag, 13. Juli, vor Ort ein Bild der Lage gemacht. Die Gendarmerie berichtete zu diesem Zeitpunkt von etwa 100 eingesetzten Beamten im Bereich Noisy-sur-École. Luftunterstützung ergänzte den Einsatz am Boden. Die Behörden passten ihre Bilanz mehrfach an, da die Brände weiterliefen und zusätzliche Flächen erfasst wurden.
Die Ursache der Feuer ist Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen. Zwei Personen wurden im Zusammenhang mit den Brandherden festgenommen. Daraus folgt keine Schuldzuweisung: Ob und in welchem Umfang ein strafbarer Zusammenhang besteht, müssen die Ermittlungen und gegebenenfalls die Justiz klären. Die Behörden hatten wegen mehrerer Brandansätze eine mögliche vorsätzliche Verursachung geprüft.
Der Schaden trifft eines der bedeutendsten Waldgebiete der Region Ile-de-France. Das Massiv von Fontainebleau umfasst rund 23.000 Hektar Wald und Naturflächen und ist ein wichtiger Erholungsraum für die Metropolregion Paris. Nach historischen Angaben hatten bei einem großen Waldbrand im Jahr 1921 etwa 762 Hektar gebrannt. Die jetzige Brandfläche übersteigt diese Größenordnung deutlich.
Die anhaltende Trockenheit und die außergewöhnliche Hitze erschwerten den Löscheinsatz. Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besucher bleibt entscheidend, Absperrungen und Anweisungen der Einsatzleitung strikt zu beachten. Die Behörden wollen nach dem Eindämmen der Flammen die zerstörten Flächen bewerten, die Brandursachen weiter untersuchen und über notwendige Schutzmaßnahmen für das Gebiet informieren.
Quellen
- Gendarmerie nationale
- Präfektur Seine-et-Marne
- Reuters via Boursorama
- Le Monde
- Office national des forêts