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Aktuell · 18.07.2026 15:30

Warum chinesische Smartphones im Premiumsegment aufholen

Xiaomi, Oppo und Vivo setzen Apple und Samsung mit leistungsstarker Technik, schneller Modellpflege und breiteren Preisstufen unter Druck. In Frankreich wird zudem die Reparierbarkeit für Käufer wichtiger.

Paris – 18.07.2026: Chinesische Smartphonehersteller gewinnen im Wettbewerb um anspruchsvolle Käufer an Gewicht. Xiaomi, Oppo und Vivo greifen Apple und Samsung nicht nur über niedrigere Preise an, sondern zunehmend mit hochwertigen Kameras, leistungsfähigen Prozessoren, großen Akkus und schnellen Ladefunktionen. Die jüngste Marktbetrachtung von Franceinfo rückt damit einen Strukturwandel in den Mittelpunkt: Das Spitzenmodell ist nicht länger automatisch mit einer einzigen Marke oder einem einzigen Betriebssystem verbunden.

Die weltweiten Auslieferungszahlen zeigen, dass die etablierten Marktführer weiterhin sehr stark sind. Im ersten Quartal 2026 kamen Apple und Samsung laut dem Marktforscher Counterpoint jeweils auf 21 Prozent Marktanteil. Xiaomi erreichte zwölf Prozent, Oppo zehn Prozent und Vivo sieben Prozent. Diese Werte betreffen den Gesamtmarkt und nicht allein das Luxussegment, verdeutlichen jedoch die Größe und die internationale Reichweite der chinesischen Anbieter.

Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil liegt in ihrer breiten Produktpalette. Hersteller können ähnliche Ausstattungsmerkmale in mehreren Preisstufen anbieten und technische Neuerungen rasch in günstigere Baureihen übertragen. Das erhöht den Preisdruck auf Konkurrenten. Zugleich investieren die Marken in eigene Entwicklungsarbeit bei Bildverarbeitung, Displays, Akkus und Software. Kooperationen mit Kamera- und Chipzulieferern sollen ihre Geräte auch bei Fotoqualität und Rechenleistung attraktiver machen.

Der große chinesische Heimatmarkt erleichtert es den Unternehmen zudem, neue Modelle in hohen Stückzahlen zu produzieren und Rückmeldungen zügig auszuwerten. Daraus folgt nicht automatisch ein besseres Gerät: Für Käufer zählen weiterhin Zuverlässigkeit, langfristige Softwarepflege, Datenschutz, Kundenservice und der Wiederverkaufswert. Gerade bei teuren Telefonen bleiben Markenvertrauen und ein dichtes Netz aus Handel, Reparatur und Zubehör entscheidende Faktoren.

In Frankreich und der Europäischen Union verändert sich der Vergleich zusätzlich durch neue Vorgaben. Seit dem 20. Juni 2025 gelten für neu auf den Markt gebrachte Smartphones Anforderungen an Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Energiekennzeichnung. Auf dem Label werden unter anderem Akkulaufzeit, Schutz gegen Stürze, Zahl der Ladezyklen und Reparierbarkeit ausgewiesen. Ersatzteile müssen für bestimmte Zeit verfügbar sein, und Betriebssystem-Updates sind länger bereitzustellen.

Für chinesische Anbieter eröffnet dies eine Chance, wenn sie die europäischen Standards transparent erfüllen und ihre Serviceangebote ausbauen. Der Wettbewerb wird damit weniger allein über den Kaufpreis entschieden. Wer ein leistungsfähiges Smartphone mit nachvollziehbarer Energieeffizienz, langlebigem Akku, verlässlichen Updates und erreichbaren Reparaturen anbietet, kann auch in Frankreich im Premiumbereich stärker Kunden gewinnen. Apple und Samsung bleiben führend, doch ihre Dominanz ist nicht mehr unangefochten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Counterpoint Research
  • Europäische Kommission

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