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Alle Artikel · 11.11.2024 10:24

Warum der 11. November in Frankreich ein Feiertag ist: Gedenken, Geschichte und Symbole

Der 11. November ist seit 1922 ein Feiertag in Frankreich. Dieser Tag erinnert an die Unterzeichnung des Waffenstillstands am 11. November 1918, der das Ende des Ersten Weltkriegs markierte. Es ist ein Tag des...

Der 11. November ist seit 1922 ein Feiertag in Frankreich. Dieser Tag erinnert an die Unterzeichnung des Waffenstillstands am 11. November 1918, der das Ende des Ersten Weltkriegs markierte. Es ist ein Tag des Gedenkens und der Anerkennung für die Millionen von Soldaten und Zivilisten, die in diesem weltweiten Konflikt ihr Leben verloren oder verletzt wurden. Doch der 11. November dient heute nicht nur dazu, das Ende der Kampfhandlungen zu feiern – er ist auch ein Tag des Respekts und der Erinnerung an all jene, die in Kriegen und Konflikten für Frankreich gestorben sind, damals wie heute.

Der 11. November 1918: Das Ende des Ersten Weltkriegs

Am 11. November 1918, um 5:15 Uhr, unterzeichneten die Vertreter der Alliierten (darunter Frankreich, das Vereinigte Königreich, die USA und Russland) und die Vertreter der deutschen Armee den Waffenstillstand in einem Eisenbahnwagen des Oberkommandos von Marschall Foch im Wald von Compiègne in Nordfrankreich. Dieser Waffenstillstand beendete offiziell den Ersten Weltkrieg, der in nur vier Jahren über 9 Millionen Tote und Vermisste gefordert hatte, darunter etwa 1,4 Millionen Franzosen. Dazu kamen mehr als 21 Millionen Verwundete – allein 4 Millionen in Frankreich.

Der Friedensvertrag von Versailles, der die Bedingungen für das Kriegsende endgültig festlegte, wurde erst am 28. Juni 1919 unterzeichnet. Dennoch gilt der 11. November 1918 als das symbolische Ende des Krieges und wird bis heute als ein Tag des Gedenkens begangen.

Ein Feiertag zur Erinnerung und Versöhnung

Der 11. November wurde offiziell am 24. Oktober 1922 zum nationalen Feiertag erklärt, um den Sieg und den Frieden zu feiern. Seit dem 28. Februar 2012 wird dieser Tag jedoch nicht nur den Gefallenen des Ersten Weltkriegs gewidmet, sondern allen, die „für Frankreich gestorben sind“ – sei es in früheren oder aktuellen Konflikten. Auch die Soldaten, die in heutigen Auslandseinsätzen (OPEX) ihr Leben verloren haben, werden an diesem Tag geehrt.

Im ganzen Land finden am 11. November Gedenkveranstaltungen statt, die den Opfern von Kriegen Respekt zollen und die Bedeutung des Friedens betonen.

Die Geschichte des unbekannten Soldaten

In Paris legt der französische Präsident am 11. November einen Kranz in den Nationalfarben zu Ehren von Georges Clemenceau, dem damaligen Kriegsminister und Regierungschef, nieder. Anschließend begibt er sich zur Grabstätte des „unbekannten Soldaten“ unter dem Arc de Triomphe, um dort eine Schweigeminute abzuhalten.

Die Geschichte des unbekannten Soldaten begann 1920, als ein nicht identifizierter gefallener Soldat aus dem Ersten Weltkrieg ausgewählt und unter dem Triumphbogen begraben wurde. Er symbolisiert die zahlreichen anonymen Soldaten, die ihr Leben auf den Schlachtfeldern verloren haben, und dient als nationaler Gedenkort für alle französischen „Poilus“, wie die Soldaten des Ersten Weltkriegs genannt wurden.

Der Kornblume als Symbol des 11. November

Die Kornblume (französisch: „Bleuet“) wird am 11. November von vielen Offiziellen, einschließlich des Präsidenten, als Zeichen des Gedenkens getragen. Dieses Symbol hat verschiedene Ursprünge: In den Schützengräben wurden die jungen Soldaten wegen ihrer blauen Uniform als „Bleuets“ (Kornblumen) bezeichnet. Außerdem war die Kornblume eine der wenigen Pflanzen, die auf den zerstörten Schlachtfeldern weiterhin blühte.

1925 wurde der „Bleuet de France“ von zwei Krankenschwestern, Charlotte Malleterre und Suzanne Leenhardt, als Abzeichen eingeführt, um Spenden für die Kriegsversehrten zu sammeln. Seitdem ist die Kornblume ein Symbol für die Solidarität mit den Kriegsveteranen und Kriegsopfern.

Der letzte „Poilu“: Lazare Ponticelli

Der letzte überlebende „Poilu“ des Ersten Weltkriegs war Lazare Ponticelli, der im März 2008 im Alter von 110 Jahren starb. Ponticelli, 1897 in Italien geboren, kämpfte als Freiwilliger in der französischen Fremdenlegion für Frankreich. Sein Leben und seine Erinnerungen an die Schrecken des Krieges hat er bis zu seinem Tod an die jungen Generationen weitergegeben. Bei seinem Tod erhielt er ein Staatsbegräbnis in Paris.

Der 11. November: Ein Tag des Gedenkens und der Mahnung

Der 11. November ist nicht nur ein Tag, der das Ende des Ersten Weltkriegs markiert, sondern auch eine Mahnung an die Grausamkeiten des Krieges und die Bedeutung des Friedens. Die Zeremonien und Symbole dieses Tages erinnern Frankreich und die Welt daran, dass der Preis des Krieges hoch ist – und dass die Verpflichtung, Frieden zu wahren, wichtiger ist denn je.

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