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Alle Artikel · 16.08.2022 08:01

Warum organisiert die Präfektur in den Vogesen einen "Verteilungsplan" für Jodtabletten?

Im Département Vosges sind die Einwohner besorgt über ein Schreiben aus ihrem Rathauses, in dem über einen Plan zur "Verteilung von Tabletten mit stabilem Jod" informiert wird, einem Produkt, das bei Atomalarm eingesetzt wird....

Im Département Vosges sind die Einwohner besorgt über ein Schreiben aus ihrem Rathauses, in dem über einen Plan zur "Verteilung von Tabletten mit stabilem Jod" informiert wird, einem Produkt, das bei Atomalarm eingesetzt wird.

Erst Verwunderung, dann Sorge bei vielen Menschen in den Vogesen. Seit Anfang August erhielten viele Einwohner des Departements ein ungewöhnliches Schreiben von ihrem Bürgermeisteramt. Das Schreiben informiert sie über einen Plan zur "Verteilung von stabilen Jodtabletten (...) für alle Gemeinden in den Vogesen". Inmitten des Krieges in der Ukraine lässt diese Ankündigung aufhorchen, nicht zuletzt weil die Nachrichten über die Sicherheit des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja beunruhigend sind.

Gibt es aber wirklich Grund zur Sorge? Seitens der Präfektur der Vogesen spricht man von einer "klassischen Aktualisierung des Verteilungsplans": "Auf Antrag des Präfekten ist ein Plan zur Verteilung von stabilen Jodtabletten für alle Gemeinden der Vogesen vorgesehen, dieser Plan soll einem möglichen Zwischenfall mit radioaktiven Freisetzungen begegnen", heißt es in dem Schreiben. Die Verteilung wird vorrangig an schwangere Frauen, Säuglinge, Jugendliche und Erwachsene unter 44 Jahren erfolgen".

In Frankreich unterliegt ein Plan zur Verteilung von Jodtabletten strengen Auflagen. In der Tat können nur Personen, die weniger als 20 Kilometer von einem Kernkraftwerk entfernt wohnen, diese Tabletten erhalten, und zwar im Rahmen eines "besonderen Interventionsplans". Das AKW Fessenheim befindet sich jedoch fast 80 Kilometer von den ersten Wohnungen und Häusern des Departements Vosges entfernt. Und: Die Anlage ist seit Juni 2020 nicht mehr in Betrieb.

Laut der Behörde für nukleare Sicherheit wurden die letzten Jodtabletten zwischen 2019 und 2020 verteilt. Im übrigen Land hat der Staat für den Fall eines Alarms strategische Reserven in den Apotheken des Landes bereitgestellt. Die "Verteilung" würde dann im Rahmen des Plans Orsec (Organisation de la Réponse de Sécurité Civile) organisiert. Laut der Präfektur geht es jetzt lediglich um eine Erneuerung dieses Plans und es wird darauf hingewiesen, dass es "keine direkte Verteilung an die Bevölkerung" geben wird. Die Präfektur bedauert, dass einige Gemeinden in ihren Schreiben an die Bürger missverständliche Ausdrücke verwendet haben. "Einige Bürgermeister haben uns angerufen, um zu erfahren, ob sie sich auf eine bevorstehende Kontamination vorbereiten sollten. Es muss klar sein, dass es derzeit keinen Alarm gibt", betont die Präfektur gegenüber dem Sender TF1.

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