Warum reisen wir?

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Foto: S. Hermann, F. Richter (Pixabay)

Vielleicht ist das eine blöde Frage – die Antwort liegt doch auf der Hand nach eineinhalb Jahren Pandemie-Einschränkungen und Eingesperrtsein im Lockdown:

ICH WILL HIER RAUS! – Wir wollen wieder frei sein.

Gut, damit wäre geklärt, dass wir wegwollen. Interessanter ist aber die Frage: Wohin wollen wir? Und da setzt die Überlegung an, warum wir reisen. Daraus ergeben sich auch das Wie und das Wohin. Was wollen wir mit einer Reise für uns erreichen?

In der derzeitigen Situation brauchen die meisten einfach eine Auszeit vom Alltag und von beängstigenden Corona-Nachrichten. Einen Tapetenwechsel! Einen räumlichen Abstand von der Situation, in der ein Tag ist wie der andere. Wir brauchen neue Gedanken, neue Ideen und neuen Mut.

Das kann man auf vielfältige Weise erreichen, je nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Für die einen steht Abenteuerlust und Aktivität im Vordergrund, für die anderen ist Zeit für sich selbst, Erholung und Entspannung am wichtigsten, wieder andere haben Lust auf Bildung, fremde Kulturen, andere Sprachen …

Inzwischen stellt sich neben all diesen persönlichen Vorlieben immer auch die Frage nach der Umwelt, dem Klima, der Nachhaltigkeit. Soll man wirklich für einen Wellness-Urlaub nach Indien fliegen? Kann man guten Gewissens 22 Stunden Flugzeit hinnehmen, um seinen Tauchurlaub auf einer Südseeinsel zu verbringen (auch wenn sie zu einem französischen Überseegebiet gehört😉)? Muss es eine Kreuzfahrt in der Antarktis sein, um Entdeckergeist zu spüren?

Einige sagen sich in der heutigen Situation: Jetzt gerade. Nix wie weg, und zwar so weit wie möglich! Nach wie vor liegen die Trends zu Auslands- und Fernreisen vorne. Aber die Reisenden legen dabei Wert auf nachhaltige Unterkünfte (z. B. mit durchdachten Energiekonzepten) und Slow Travel (wenige längere Reisen statt vieler Kurztrips; Zug- oder Schifffahrten statt Flügen). Auch die Urlaubsaktivitäten scheinen sich zu verlagern. Man kann inzwischen seine Ferien an fernen Stränden zum Beispiel mit deren Säuberung verbringen.

Daneben gibt es die Tendenz zu Urlaub in der Natur, gern im eigenen Land. Und Wellness macht man neuerdings auch da, oder wenn im Ausland, dann im nahegelegenen. Rundreisen sind gefragt, Städtetrips sind eher out. Bei den Aktivitäten wird vermehrt auf Umweltfreundlichkeit geachtet. Man fährt Fahrrad, man wandert.

Zu welchem Reiseziel tendierst du? Und was möchtest du für dich bezwecken? In dieser Zeit, wo manche Selbstverständlichkeit mit einem dicken Fragezeichen versehen ist, muss man sich mehr Gedanken darüber machen als noch vor ein paar Jahren. Natürlich ist noch längst nicht alles möglich. Die Pandemie ist noch nicht überwunden. Aber man kann ja schon mal anfangen zu träumen … und zu überlegen …

Ich schließe mit einem Zitat, dessen Urheber*in nicht genau geklärt ist, das aber einen Anstoß zu Gedanken über Sinn und Zweck von Reisen geben kann: „Jede Reise ist immer auch eine Reise zu sich selbst.“

Ob mit oder ohne Reise, ich wünsche dir auf jeden Fall die Möglichkeit, Abstand von dem zu finden, was so bedrängend war und noch ist!

Deine Elisa


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