Alle Artikel · 09.12.2021 13:30
Was bedeutet "Plan Blanc" in den französischen Krankenhäusern?
Die lokalen Gesundheitsbehörden in ganz Frankreich müssen Notmaßnahmen ergreifen, da die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern aufgrund von Covid-19 erneut stark angestiegen ist. Die Gesundheitsbehörden lösen den sogenannten "Plan blanc" aus. Was bedeutet...
Die lokalen Gesundheitsbehörden in ganz Frankreich müssen Notmaßnahmen ergreifen, da die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern aufgrund von Covid-19 erneut stark angestiegen ist. Die Gesundheitsbehörden lösen den sogenannten "Plan blanc" aus. Was bedeutet das?
Die Krankenhäuser in der Ile-de-France haben am Mittwoch, 8. Dezember, den "Plan blanc" aktiviert, nachdem die Zahl der Covid-19-Fälle rapide angestiegen ist und das Gesundheitssystem der Region an seine Grenzen kommt. Der "Plan Blanc" wird in den kommenden Tagen auf das gesamte Land ausgeweitet.
Was ist der "Plan Blanc"?
Es handelt sich um eine seit 2004 gesetzlich verankerte Notfallregelung, die die vorübergehende Mobilisierung von zusätzlichem Personal zur Bewältigung einer außergewöhnlichen Gesundheitssituation, wie z. B. Covid-19, ermöglicht.
Wenn er ausgelöst wird, können Krankenhäuser nicht unbedingt notwendige Operationen verschieben und Personal, das sich im Urlaub befindet, zurückrufen. der "Plan Blanc" wird bei einem massiven Aufkommen von Opfern nach einem schweren Unfall oder einer Katastrophe, einer Epidemie oder einem tödlichen und anhaltenden Klimaereignis aktiviert.
Dieser Notfallplan kann je nach Bedarf von einzelnen Krankenhausleitern, von regionalen Gesundheitsbehörden, Präfekten oder dem Premierminister ausgelöst werden und wird erst aufgehoben, wenn sich die Gesundheitslage stabilisiert hat.
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In der Vergangenheit wurden die Notfallpläne auf nationaler Ebene schon während der Grippeepidemie 2017 und der tödlichen Hitzewelle 2003 sowie in sechs Departements bei einem Ausbruch von Gastroenteritis im Jahr 2005 ausgelöst.
Wegen Covid-19 wurde der Plan Blanc am 25. Februar 2020 in den Krankenhäusern von Creil und Compiègne ausgelöst, um der ersten Häufung von Coronavirus-Fällen zu begegnen. Am 6. März folgten alle Krankenhäuser im Grand-Est und in der Ile-de-France, und eine Woche später wurde für alle Krankenhäuser in Frankreich der Notstand ausgerufen.
Die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur aktivierte den Plan Blanc am Mittwoch und der stellvertretende Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde sagte, dass "alle Hände willkommen" seien, und rief Medizinstudenten, Selbstständige und kürzlich pensionierte Mediziner dazu auf, Hilfe zu leisten.
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Allein am 8. Dezember wiesen die Gesundheitsbehörden der Regionen Auvergne-Rhône-Alpes, Occitanie, Pays de la Loire, Bourgogne-Franche-Comté und Île-de-France alle Krankenhäuser an, den jeweiligen Plan Blanc zu aktivieren. Die regionale Gesundheitsbehörde in Hauts-de-France forderte die Krankenhäuser im Großraum Lille, im Hennegau und im Departement Oise auf, insgesamt 114 zusätzliche Intensivbetten bereitzustellen. Bereits in der vergangenen Woche haben die Krankenhäuser in Mulhouse, Colmar und Nancy (Grand-Est), Saint-Malo, Dinan und Cancale (Bretagne), Le Mans, Alençon, Orléans, Tours (Centre-Val de Loire) sowie Bayonne und Bordeaux (Nouvelle Aquitaine) ihre Notfallpläne aktiviert.
Warum die Dringlichkeit?
Aus den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen von Santé publique France geht hervor, dass in 24 Stunden mehr als 61.000 neue Fälle von Covid-19-Ansteckungen registriert wurden, gegenüber 49.610 am Mittwoch zuvor. Insgesamt wurden 129 Todesfälle registriert.
Am Mittwoch wurden 13.044 Patienten wegen einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus behandelt, davon 2.426 auf einer Intensivstation. Am 1. Dezember waren 10.558 Covid-19-Patienten im Krankenhaus, davon 1.886 auf der Intensivstation.
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"Aufgrund des Aufkommens von Covid-19-Patienten werden in den kommenden Stunden in den großen Regionen Frankreichs regionale Notfallpläne ausgelöst. Heute kommt alle 10 Minuten ein Patient mit einer schweren Form der Krankheit auf die Intensivstation", warnte Gesundheitsminister Olivier Véran am Mittwoch im Senat.
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