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Alle Artikel · 13.03.2025 06:10

Wiederaufrüstung Europas: Deutschlands und Frankreichs Anleihezinsen schießen in die Höhe

Es ist eine direkte Folge der angespannten geopolitischen Lage vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts: Die Anleihezinsen europäischer Staaten steigen – allen voran die Deutschlands. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, der sogenannte Bund, hat mit...

Es ist eine direkte Folge der angespannten geopolitischen Lage vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts: Die Anleihezinsen europäischer Staaten steigen – allen voran die Deutschlands.

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, der sogenannte Bund, hat mit 2,8 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung 1990 erreicht. Die Finanzmärkte reagieren auf die immensen Ausgaben, die für die geplante Wiederaufrüstung des Kontinents erforderlich sein werden. Der von den 27 EU-Mitgliedstaaten beschlossene Plan sieht Investitionen in Höhe von 800 Milliarden Euro vor. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rief am Dienstag, dem 11. März, dazu auf, mit den Investitionen sofort zu beginnen.

Deutschland steht an der Spitze der geplanten Ausgaben, insbesondere mit dem Konjunkturprogramm des designierten Bundeskanzlers Friedrich Merz. Vorgesehen sind 500 Milliarden Euro – und noch bedeutender: die Reform der in der Verfassung verankerten Schuldenbremse. Die traditionell strenge deutsche Haushaltsdisziplin wird aufgebrochen, um höhere Militärausgaben zu ermöglichen, was die Anleihemärkte in Bewegung setzt.

Frankreich wird ungewollt mitgezogen

Da der deutsche Anleihezins als Referenzwert für die Finanzmärkte dient, bleibt auch Frankreich nicht verschont. Der Zinssatz für französische Staatsanleihen erreichte am Donnerstagmorgen 3,54 % für eine zehnjährige Laufzeit – ein Rekordhoch. Laut der Banque de France ist dies ein Anstieg um 40 Basispunkte (0,4 %) innerhalb einer Woche. Frankreich wird in diese Dynamik hineingezogen, obwohl es bislang keinen eigenen Konjunkturplan angekündigt hat. Investoren betrachten Paris und Berlin jedoch als wirtschaftliches Rückgrat der Eurozone – das eine kann nicht ohne das andere funktionieren.

Diese Zinserhöhung betrifft die 300 Milliarden Euro, die Frankreich 2025 aufnehmen muss, zusätzlich zu den bereits bestehenden 3.000 Milliarden Euro Schulden. Für die Regierung unter Premierminister François Bayrou, die sich der Haushaltskonsolidierung verschrieben hat, ist das ein harter Schlag. Die Budgetplanung wird noch schwieriger werden, um eine zusätzliche finanzielle Belastung für die Bürger zu vermeiden. Präsident Emmanuel Macron hatte schließlich versprochen, keine Steuererhöhungen vorzunehmen.

Gleichzeitig muss jedoch die Verteidigungsanstrengung finanziert werden, die derzeit intensiv diskutiert wird – es gilt, Dutzende Milliarden Euro zur Stärkung des militärischen Arsenals aufzubringen. Die rapide steigenden Zinsen kommen damit zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Und als wäre das nicht genug, wird am Freitag, dem 14. März, die Ratingagentur Fitch ihre neue Bewertung zur französischen Schuldentragfähigkeit veröffentlichen. Bisher blieb Frankreich von Herabstufungen verschont. Und in Regierungskreisen – von Matignon bis zum Wirtschaftsministerium – hofft man nun inständig, dass dies so bleibt.

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