À la une · 23.07.2024 10:32
Willkommen in Paris 2024: Frankreich begrüßt die israelischen Athleten - trotz Kontroverse
Paris, die Stadt der Liebe und der Lichter, bereitet sich auf das größte Sportereignis der Welt vor – die Olympischen Spiele 2024. Doch inmitten der Vorfreude gibt es auch Spannungen. Frankreichs Außenminister Stéphane Séjourné...
Paris, die Stadt der Liebe und der Lichter, bereitet sich auf das größte Sportereignis der Welt vor – die Olympischen Spiele 2024. Doch inmitten der Vorfreude gibt es auch Spannungen. Frankreichs Außenminister Stéphane Séjourné hat am Montag klargestellt, dass die israelische Delegation herzlich willkommen ist, trotz der jüngsten Äußerungen eines Abgeordneten der Partei La France insoumise (LFI), der ihre Teilnahme aufgrund des Konflikts in Gaza als problematisch bezeichnete.
Ankunft der israelischen Delegation
Etwa 90 israelische Athleten werden an den Spielen in Paris teilnehmen und in rund 15 Disziplinen antreten. Die meisten von ihnen sind bereits am Montag, dem 22. Juli, am Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle angekommen. Ein Teil des Terminals 3 wurde evakuiert, um die Sicherheit der Sportler zu gewährleisten. Der französische Aussenminister Stéphane Séjourné betonte in einer Rede in Brüssel: „Die israelische Delegation ist in Frankreich willkommen“. Diese Aussage war eine Reaktion auf die Worte des LFI-Abgeordneten Thomas Portes, der die Teilnahme Israels an den Spielen kritisierte.
Politische Reaktionen und Sicherheitsvorkehrungen
Thomas Portes hatte am Samstag, dem 20. Juli, bei einer Kundgebung zur Unterstützung des palästinensischen Volkes gesagt, dass die israelische Hymne und Flagge bei den Olympischen Spielen nicht gezeigt werden sollten, solange Israel Kriegsverbrechen in Gaza begehe und die illegale Kolonisierung im Westjordanland fortsetze. Dies führte zu scharfer Kritik von verschiedenen Seiten, einschließlich von Innenminister Gérald Darmanin, der die Äußerungen als „antisemitisch“ und „gefährlich“ bezeichnete.
Die französische Polizei hat umfassende Sicherheitsmaßnahmen angekündigt, um die israelischen Athleten und Offiziellen rund um die Uhr zu schützen. Die GIGN, eine Eliteeinheit der Gendarmerie Nationale, wird diese Aufgabe übernehmen. Der israelische Präsident Isaac Herzog wird zur Eröffnung am Freitag in Paris sein und an einer Gedenkzeremonie für die 52 Jahre zurückliegende Attacke auf israelische Athleten bei den Olympischen Spielen in München teilnehmen.
Hoffnung auf Medaillen
Mehrere israelische Athleten gelten als Favoriten auf Medaillen. Darunter sind die Taekwondo-Kämpferin Avishag Semberg, die bei den Spielen in Tokio vor drei Jahren Bronze gewann, der Gymnast Artem Dolgopyat, der in Tokio Gold am Boden holte, und die Judoka Inbar Lanir, die 2023 Weltmeisterin wurde. Lanir äußerte sich bei einer Pressekonferenz zu ihrer Teilnahme: „Mein Ziel ist es, Menschen durch den Sport zu verbinden. Ich fühle mich sicher und freue mich, mein Land in Paris zu vertreten.“
Forderung nach Ausschluss Israels
In Ramallah hat das Palästinensische Olympische Komitee eine formelle Anfrage an das Internationale Olympische Komitee (IOC) gestellt, Israel von den Olympischen Spielen in Paris 2024 auszuschließen. Der Vorwurf lautet, dass Israel die olympische Waffenruhe durch Bombardierungen in Gaza verletzt habe, die zivile Opfer forderten. Die offizielle Beschwerde nimmt Bezug auf die Suspendierung russischer Teams nach der Invasion der Ukraine und fordert, dieselben Maßnahmen auch gegen Israel zu ergreifen.
Ein sportliches Ereignis im Schatten des Konflikts
Die Olympischen Spiele sollen ein Fest des Friedens und der Einheit sein. Doch die Realität zeigt, dass auch der Sport nicht frei von politischen Spannungen ist. Werden die Spiele in Paris ein Symbol der Versöhnung oder ein weiteres Kapitel in einem langen Konflikt? Eines ist sicher – die Welt wird zuschauen.