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Aktuell · 28.06.2026 14:30

“Wir sind auf der Autobahn gestoppt, es ist extrem gefährlich”: Phantombremsungen erschrecken Autofahrer

In Frankreich häufen sich Berichte über plötzliche, unerklärliche Bremsungen von Fahrzeugen auf der Autobahn, bekannt als "Phantombremsungen". Elf Autofahrer haben nun gemeinsam Anzeige gegen Unbekannt erstattet und werfen die Frage auf, ob diese Vorfälle…

Paris – 28.06.2026: In den letzten Monaten haben zahlreiche Autofahrer in Frankreich von plötzlichen, unerklärlichen Bremsungen auf der Autobahn berichtet, die als "Phantombremsungen" bekannt sind. Diese Vorfälle ereignen sich ohne ersichtlichen Grund und können zu gefährlichen Situationen führen. Elf betroffene Autofahrer haben nun gemeinsam Anzeige gegen Unbekannt erstattet und werfen die Frage auf, ob diese Vorfälle auf fehlerhafte Notbremssysteme zurückzuführen sind.

Der Ursprung dieses Phänomens liegt vermutlich in den automatischen Notbremssystemen, die seit 2022 in allen neuen Fahrzeugen in Europa vorgeschrieben sind. Diese Systeme sollen im Falle einer drohenden Kollision automatisch bremsen, wenn der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert. Allerdings berichten immer mehr Fahrer von unerklärlichen Bremsungen, die zu Unfällen oder gefährlichen Situationen führen können.

Ein Beispiel ist der Fall von Joanna Peyrache, die im April 2025 auf der Autobahn A40 mit ihrer Peugeot 208 unterwegs war. Ihr Fahrzeug bremste plötzlich und ohne ersichtlichen Grund stark ab, was zu einer Kollision führte. Seitdem hat sie ein Online-Formular ins Leben gerufen, um weitere ähnliche Vorfälle zu sammeln. Bis heute haben sich über 600 Betroffene gemeldet, die von ähnlichen Erfahrungen berichten.

Angesichts der zunehmenden Anzahl solcher Vorfälle hat das französische Ministerium für Verkehrswesen im August 2025 eine Untersuchung eingeleitet. Ziel ist es, die Ursachen für diese unerklärlichen Bremsungen zu identifizieren und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Ein erster Schritt war die Veröffentlichung eines Fragebogens, um weitere Zeugenaussagen zu sammeln und die betroffenen Fahrzeugmodelle zu identifizieren.

Experten vermuten, dass fehlerhafte Kalibrierungen der Fahrerassistenzsysteme (ADAS) zu diesen Phantombremsungen führen könnten. Eine falsche Kalibrierung der Sensoren oder Softwarefehler könnten dazu führen, dass das System Hindernisse falsch erkennt und unnötig bremst. In einigen Fällen wurde auch auf äußere Faktoren wie starke Regenfälle oder Nebel hingewiesen, die die Sensoren beeinträchtigen könnten.

Die betroffenen Autofahrer fordern nun eine gründliche Untersuchung und gegebenenfalls Rückrufaktionen der betroffenen Fahrzeuge. Sie betonen die Notwendigkeit, die Sicherheitssysteme zu überprüfen und sicherzustellen, dass sie unter allen Bedingungen zuverlässig funktionieren. Bislang haben jedoch nur wenige Hersteller öffentlich Stellung zu den Vorwürfen genommen.

In der Zwischenzeit raten Sicherheitsexperten den Fahrern, aufmerksam zu bleiben und bei plötzlichen Bremsungen sofort die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen. Es wird empfohlen, die Systeme regelmäßig warten zu lassen und auf mögliche Fehlfunktionen zu achten.

Die Diskussion um die Phantombremsungen wirft auch Fragen zur Zuverlässigkeit moderner Fahrerassistenzsysteme auf. Während diese Systeme darauf abzielen, die Sicherheit zu erhöhen, können sie bei Fehlfunktionen auch das Gegenteil bewirken. Es bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse die laufenden Untersuchungen bringen und welche Maßnahmen letztlich ergriffen werden, um die Sicherheit der Autofahrer zu gewährleisten.

Quellen

  • Franceinfo-RSS

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