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Aktuell · 13.07.2026 19:30

Zehn Jahre nach dem Anschlag von Nizza: Gedenken und Erinnerung an den Versuch, den Lastwagen zu stoppen

Mit einem stillen Gedenkmarsch haben in Nizza die Veranstaltungen zum zehnten Jahrestag des Anschlags vom 14. Juli 2016 begonnen. Franck Terrier erinnert an seinen Versuch, den Lastwagen des Attentäters auf der Promenade des Anglais…

Nizza – 13.07.2026: Mit einem stillen Gedenkmarsch auf der Promenade des Anglais haben in Nizza die Erinnerungsveranstaltungen zum zehnten Jahrestag des Terroranschlags vom 14. Juli 2016 begonnen. Mehr als tausend Menschen beteiligten sich nach übereinstimmenden Berichten an dem Marsch. Viele trugen weiße Kleidung oder weiße Rosen, um der Getöteten und Verletzten zu gedenken.

Der Anschlag ereignete sich am französischen Nationalfeiertag 2016 nach dem Feuerwerk in Nizza. Ein Terrorist steuerte einen 19 Tonnen schweren Lastwagen gezielt in die Menschenmenge auf der Promenade des Anglais. Dabei wurden 86 Menschen getötet, mehr als 400 weitere verletzt. Das Attentat prägt Überlebende, Angehörige und die Stadt bis heute.

Im Mittelpunkt der erneuten Erinnerung steht auch Franck Terrier. Er hatte damals versucht, den Lastwagen mit seinem Motorroller zu stoppen. Terrier näherte sich dem Fahrzeug, ließ seinen Roller zurück und versuchte, in die Fahrerkabine zu gelangen. Sein Eingreifen konnte die Fahrt nicht unmittelbar beenden, gilt jedoch als einer von mehreren verzweifelten Versuchen von Passanten, weitere Opfer zu verhindern.

Terrier schildert die Ereignisse zehn Jahre später erneut als eine Situation, in der er ohne Zögern gehandelt habe. Die Erinnerung an die Nacht sei weiterhin von den Bildern auf der Promenade geprägt. Sein Zeugnis rückt die Rolle jener Menschen in den Blick, die trotz unmittelbarer Lebensgefahr versuchten, dem Attentäter entgegenzutreten oder Verletzten zu helfen.

Neben Franck Terrier versuchte auch Alexandre Niguès, der mit einem Fahrrad unterwegs war, das Fahrzeug aufzuhalten. Sicherheitskräfte stoppten den Attentäter schließlich. Die damalige Tat löste in Frankreich eine lange Debatte über den Schutz großer öffentlicher Veranstaltungen, die Terrorabwehr und die Unterstützung von Opfern terroristischer Gewalt aus.

Das französische Innenministerium hat für den zehnten Jahrestag landesweit Trauerbeflaggung an öffentlichen Gebäuden angeordnet. In Nizza sollen 86 Lichtstrahlen über dem Meer an die 86 Getöteten erinnern. Das traditionelle Feuerwerk wird durch diese Geste des Gedenkens ersetzt. Die Stadt verbindet die Zeremonien mit einer Botschaft der Solidarität mit Hinterbliebenen und Überlebenden.

Der aktuelle Gedenkmarsch markiert den Auftakt mehrerer Veranstaltungen rund um den 14. Juli 2026. Im Vordergrund stehen nicht politische Auseinandersetzungen, sondern die Namen der Opfer, die Folgen für ihre Familien und die Erinnerung an die Helfer jener Nacht. Für Nizza bleibt der Jahrestag ein Moment gemeinsamer Trauer und des öffentlichen Zusammenhalts.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Innenministerium
  • Boursorama
  • Nice-Matin

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