Aktuell · 17.07.2026 14:45
Zwei CRS-Kompanien verweigern Unterkunft im Var wegen Hitze
Zwei Einheiten der Bereitschaftspolizei haben nach Angaben von Franceinfo ihre Unterbringung im Département Var wegen zu hoher Temperaturen abgelehnt. Die Polizeigewerkschaft UNSA fordert angemessene Bedingungen für die eingesetzten Kräfte.
Frankreich – 17.07.2026: Zwei Kompanien der französischen Bereitschaftspolizei CRS haben nach Informationen von Franceinfo eine Unterbringung im Département Var abgelehnt. Anlass sind demnach sehr hohe Temperaturen in den für die Einsatzkräfte vorgesehenen Räumen. Nach Angaben aus dem Bericht wurden dort bereits am Vormittag 29 Grad Celsius gemessen. Die betroffenen Polizistinnen und Polizisten sollten für einen Einsatz im Sommerdienst untergebracht werden.
Rudy Manna, Sprecher der Polizeigewerkschaft UNSA, kritisierte die Situation gegenüber Franceinfo. Wer Sicherheitsaufgaben für die Bevölkerung übernehme, müsse zumindest in einer angemessenen Unterkunft untergebracht werden, erklärte er sinngemäß. Die Gewerkschaft verweist damit auf die Belastung der Einsatzkräfte, die während der warmen Jahreszeit häufig in Regionen mit erhöhtem Besucheraufkommen und zusätzlichem Sicherheitsbedarf eingesetzt werden.
Eine öffentliche Stellungnahme des Innenministeriums zu den konkreten Unterkünften oder zu einer möglichen Ersatzlösung war am Freitag zunächst nicht bekannt. Auch Angaben dazu, welche CRS-Kompanien betroffen sind, wie viele Beamtinnen und Beamte es betrifft und wo sie stattdessen untergebracht werden sollen, lagen nicht vor. Damit bleibt offen, ob sich die Ablehnung auf den geplanten Einsatz oder ausschließlich auf die Unterkunft bezieht.
Die Meldung fällt in eine Phase, in der staatliche Stellen ihre Vorsorge für außergewöhnliche Hitze verstärkt haben. Das Innenministerium veröffentlichte am 10. Juli einen ORSEC-Leitfaden für extreme Wärme. Er soll Präfekturen bei der Planung und Koordinierung helfen, wenn hohe Temperaturen Infrastruktur, Gesundheitsschutz und öffentliche Dienstleistungen belasten. Der Leitfaden hebt insbesondere den Schutz gefährdeter Personen und die Anpassung lokaler Maßnahmen hervor.
Auch für Beschäftigte werden hohe Temperaturen als Arbeitsrisiko behandelt. Eine Weisung des Arbeitsministeriums für die Sommersaison 2026 nennt körperliche Belastung, unzureichende Pausen, fehlendes frisches Trinkwasser und die Bedingungen einer bereitgestellten Unterkunft als Faktoren, die bei hitzebedingten Vorfällen berücksichtigt werden müssen. Arbeitgeber und verantwortliche Stellen sollen Arbeitsorganisation und Schutzmaßnahmen an die tatsächliche Wärmebelastung anpassen.
Für die CRS ist die Frage der Unterbringung daher nicht nur eine organisatorische Angelegenheit. Schlaf, Regeneration und sichere Aufenthaltsräume können die Einsatzfähigkeit beeinflussen, wenn Polizeikräfte über längere Zeit bei hohen Temperaturen Dienst leisten. Die Forderung der Gewerkschaft richtet sich auf eine rasche, praktikable Lösung vor Ort. Eine behördliche Bestätigung zu weiteren Schritten stand am 17. Juli noch aus.
Die französischen Sicherheitskräfte sind im Sommer regelmäßig in touristisch stark frequentierten Gebieten im Einsatz. Das Innenministerium hatte zuletzt für die Zeit um den Nationalfeiertag eine verstärkte Mobilisierung der inneren Sicherheitskräfte bilanziert. Der aktuelle Fall im Var lenkt den Blick nun auf die Arbeits- und Unterbringungsbedingungen jener Einheiten, die diese Einsätze absichern sollen.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium des Innern
- Französisches Arbeitsministerium