Aktuell · 27.06.2026 19:30
Zwei Monate altes Baby stirbt nach Misshandlungen – Eltern in Untersuchungshaft
In Creil, Oise, starb ein zwei Monate altes Baby nach schweren Misshandlungen. Die Eltern wurden in Untersuchungshaft genommen.
Creil – 27.06.2026: In der Stadt Creil im Département Oise ist ein zwei Monate altes Baby nach schweren Misshandlungen gestorben. Die Eltern des Kindes wurden daraufhin in Untersuchungshaft genommen. Am Donnerstagmorgen, dem 25. Juni, rückten Rettungskräfte gegen 10 Uhr zum Wohnsitz der Familie aus, nachdem die Mutter gemeldet hatte, dass das Kind nicht mehr atme und sich in einem kardiopulmonalen Stillstand befinde. Durch eine sofort eingeleitete Herz-Lungen-Wiederbelebung konnte schließlich der Kreislauf des Babys wiederhergestellt werden. Anschließend wurde es in kritischem Zustand ins Krankenhaus von Amiens eingeliefert und intensivmedizinisch betreut. Trotz aller medizinischen Bemühungen erlag das Baby am Freitagmorgen seinen Verletzungen.
Bei der eingehenden Untersuchung kamen erhebliche Hämatome im Gesicht des Säuglings zum Vorschein, was auf Gewalteinwirkungen hinwies. Der 25-jährige Vater, der bereits wegen schwerer Diebstähle vorbestraft ist, gab Gewalt gegen sein Kind zu. Die 20-jährige Mutter, bislang ohne Strafregister, bestritt ihre Beteiligung, konnte jedoch die Verletzungen nicht erklären. Beide wurden in Untersuchungshaft genommen. Die Staatsanwaltschaft von Senlis leitete zunächst ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes an einem minderjährigen Kind unter 15 Jahren ein, änderte den Tatvorwurf nach dem Tod des Babys jedoch in Mord an einem minderjährigen Kind unter 15 Jahren. Für dieses Verbrechen sieht das französische Strafrecht eine lebenslange Freiheitsstrafe vor.
Eine Obduktion des Kindes wurde für die kommende Woche angeordnet, um die genauen Todesursachen und Umstände umfassend zu klären. Die Untersuchungshaft der Eltern wurde bereits verlängert, während die Ermittlungen weiterhin intensiv vorangetrieben werden. Die Behörden betonen, dass trotz der Vorwürfe die Unschuldsvermutung weiterhin gilt.
Dieser tragische Fall reiht sich in mehrere ähnliche Vorfälle ein, die in Frankreich immer wieder für Aufsehen sorgen. Im Februar 2026 starb ein vier Monate altes Baby nahe Rennes, nachdem es von seiner Tagesmutter geschüttelt wurde. Die Frau wurde strafrechtlich verfolgt, jedoch unter Auflagen freigelassen. Solche Fälle wecken Besorgnis hinsichtlich des Schutzes von Kindern, insbesondere in Obhut von Betreuungspersonen und Eltern.
Die französischen Behörden fordern eine verstärkte Aufmerksamkeit gegenüber möglichen Hinweisen auf Kindesmisshandlung. Präventionsmaßnahmen und frühzeitige Interventionen sollen helfen, Kindeswohlgefährdungen zu erkennen und Schlimmeres zu verhindern. Außerdem appellieren sie an die Bevölkerung, Verdachtsfälle umgehend zu melden, um rasch eingreifen zu können.
Die Ermittlungen in Creil dauern derzeit an. Ziel ist es, die Todesumstände des Säuglings vollumfänglich zu ergründen sowie die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Kinderschutzorganisationen betonen immer wieder, wie wichtig ein gesellschaftliches Engagement und klare gesetzliche Rahmenbedingungen sind, um derartige Tragödien zu vermeiden.
Quellen
- Actu17
- La Dépêche du Midi
- TF1 Info