Paris – 19.08.2026: Während der zweiten Hitzewelle dieses Sommers sind in Frankreich 1.243 Todesfälle mehr registriert worden, als statistisch zu erwarten gewesen wären. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung von Santé publique France für den Zeitraum vom 3. bis 22. Juli hervor. Die Hilfsorganisation Petits Frères des Pauvres nahm die Zahlen zum Anlass, vor den besonderen Gefahren sozialer Isolation für ältere Menschen zu warnen.
Die Bilanz erfasst die Übersterblichkeit aller Ursachen. Sie besagt deshalb nicht, dass jeder einzelne Todesfall unmittelbar auf die hohen Temperaturen zurückzuführen ist. Der auffällige Anstieg fällt jedoch in die untersuchte Hitzeperiode. Solche ersten Schätzungen veröffentlicht die Gesundheitsbehörde mit zeitlichem Abstand, da die zugrunde liegenden Sterbedaten zunächst geprüft und vervollständigt werden müssen.
Schon in ihrem Lagebericht vom 22. Juli hatte Santé publique France eine erhebliche Belastung des Gesundheitswesens beschrieben. Am 10. Juli wurden landesweit 587 Besuche in Notaufnahmen wegen hitzebedingter Beschwerden gezählt. Dazu gehören Überhitzung, Hitzschlag, Dehydrierung und Störungen des Salzhaushalts. Bis zum 16. Juli bewegte sich die Zahl der täglichen Notaufnahmen aufgrund solcher Beschwerden zwischen 250 und 350.
Für die Petits Frères des Pauvres ist fehlender sozialer Kontakt ein wesentlicher Risikofaktor. Alleinlebende Menschen bemerken Warnzeichen wie Schwindel, Verwirrtheit oder Schwäche womöglich zu spät. Ohne Angehörige, Nachbarn oder soziale Dienste fällt es ihnen zudem schwerer, ausreichend zu trinken, Hilfe zu organisieren oder einen kühleren Ort aufzusuchen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sowie Bewohner schlecht isolierter Wohnungen, die sich über mehrere Tage stark aufheizen.
Die zweite Bilanz folgt auf eine außergewöhnlich schwere erste Hitzewelle. Für den Zeitraum vom 17. Juni bis zum 2. Juli hatte Santé publique France mindestens 5.764 zusätzliche Todesfälle in 92 Départements geschätzt. Mehr als zwei Drittel davon, 3.719 Todesfälle, entfielen auf Menschen im Alter von mindestens 75 Jahren. Allein in der Region Île-de-France wurden damals 1.999 zusätzliche Todesfälle erfasst.
Hitzebedingte Notfälle können nach Angaben der Gesundheitsbehörde allerdings Menschen aller Altersgruppen treffen. Schutzkonzepte müssen daher medizinische Vorsorge und soziale Unterstützung miteinander verbinden. Die Petits Frères des Pauvres empfehlen regelmäßige Anrufe und Besuche bei alleinlebenden älteren Menschen. Kommunen, Nachbarschaften, Angehörige und Pflegedienste können auf diese Weise früh erkennen, ob jemand Wasser, Medikamente, medizinische Hilfe oder Zugang zu einem kühleren Raum benötigt.
Quellen
- Franceinfo
- Santé publique France
- Petits Frères des Pauvres
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).