Das Festival international de musique et de rencontres des Abbayes in Lorraine feiert dieses Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen. Seit dem Startschuss am vergangenen Wochenende bietet es eine beeindruckende Reihe von Konzerten, die sich der alten Musik aus verschiedenen europäischen Ländern widmen – ein wahres Fest für die Liebhaber klassischer Musik.
Ein Meilenstein der Musikkultur
Seit seiner Gründung im Jahr 2003 hat sich das Festival des Abbayes zu einem festen Bestandteil der klassischen Musikszene entwickelt. Die diesjährige 20. Ausgabe läuft bis zum 7. September und verspricht unvergessliche musikalische Erlebnisse sowohl an Wochenenden als auch unter der Woche.
Magische Klänge in historischen Mauern
Drei bedeutende Abteien in den Vogesen öffnen jedes Jahr im Sommer ihre Pforten und lassen ihre alten Mauern durch Musik wieder lebendig werden. Dieses Wochenende eröffnete die Abtei von Senones das Festival mit vier Konzerten, die das Publikum auf eine musikalische Reise nach Paris mitnahmen. Jocelyne und Daniel Cuiller, Meister ihres Fachs an Cembalo und Violine, erweckten die Barockmusik des 18. Jahrhunderts zum Leben – Musik, die einst in den Pariser Salons und Adelshöfen erklang.
Meisterwerke aus vergangenen Zeiten
Das Repertoire umfasste Werke von Duphly, Cardonne, Couperin und Schorbert. "Diese Stücke sind oft Persönlichkeiten gewidmet, die Schüler der Komponisten waren – meist Kinder von Fürsten, Marquis oder wohlhabenden Bürgern. Die Aufgabe der Musiker war es, zu unterrichten und die Pariser Salons zu unterhalten", erläutert Daniel Cuiller. Bereits zum zwölften Mal nehmen Jocelyne und Daniel Cuiller am Festival teil – ein Beweis für die Verbundenheit und Leidenschaft der Künstler.
Eine Reise durch Europas Musikgeschichte
In den kommenden Wochen führt das Festival sein Publikum weiter durch die Musikgeschichte Europas. "Die Künstler jener Zeit reisten sehr viel, ähnlich wie heute. Mozart besuchte Paris, Wien und viele andere Orte, um sich fortzubilden und mit unterschiedlichen Kulturen in Kontakt zu treten", erklärt Daniel Coquard, der Präsident des Festivals.
Am 1. August steht Paris erneut im Fokus mit einem Konzert, das den Titel "Ein Pariser Salon" trägt. Emmanuelle Bertrand an der Violine und Pascal Amoyel am Klavier werden Werke von Fauré, Saint-Saëns und Debussy in der Abtei von Étival zum Besten geben.
Spanien, Wien und Italien: Musik, die verzaubert
Am 17. August bringt "Ein Hauch von Spanien" das Publikum nach Granada. Die französische Geigerin Elsa Grether und der rumänische Pianist Ferenc Vizi präsentieren Werke, die oftmals noch unentdeckt sind – eine Gelegenheit für neue musikalische Entdeckungen.
Am 25. August widmet sich das Vokal- und Instrumentalensemble Les Traversées Baroques Wien. Dieses Konzert in der romanischen Abtei von Étival verspricht ein Highlight des Festivals zu werden.
Auch Italien wird nicht vergessen. Zwei Konzerte am 30. und 31. August beleuchten die Musikszene von Venedig und Florenz. Zum Abschluss des Festivals am 7. September wird das Ensemble Le Concert Spirituel mit "Salzburg sakral" Werke von Mozart und den Brüdern Haydn interpretieren und so die Reise durch Europas musikalische Vergangenheit würdig beenden.
Ein Muss für Musikliebhaber
Das Festival des Abbayes in der Lorraine bietet nicht nur erstklassige Konzerte, sondern auch eine kulturelle Reise durch die Musikgeschichte Europas. Die 20. Ausgabe verspricht, mit einem vielfältigen Programm und herausragenden Künstlern, die Tradition dieses besonderen Festivals fortzusetzen und Musikliebhaber aus aller Welt zu begeistern.
Also, wann haben Sie zuletzt die magischen Klänge vergangener Jahrhunderte in historischen Gemäuern erlebt? Dieses Festival könnte genau die richtige Gelegenheit sein, in die faszinierende Welt der klassischen Musik einzutauchen.
Festival des Abbayes - Bis zum 7. September 2024.