Politik & Gesellschaft

Acht Beschuldigte wegen mutmaßlicher Gewaltpläne gegen Lyon-Turin-Projekt unter Auflagen frei

Die französische Justiz wirft acht Menschen vor, eine gewaltsame Aktion gegen die Bahnstrecke Lyon-Turin vorbereitet zu haben. Ein Pariser Gericht ließ sie am 12. August unter gerichtlicher Aufsicht frei.

Paris – 13.08.2026: Acht Menschen sind in Paris angeklagt worden, weil sie nach Angaben der französischen Justiz eine gewaltsame Aktion gegen das Bahnprojekt Lyon-Turin und gegen Sicherheitskräfte vorbereitet haben sollen. Die Ermittler rechnen die Beschuldigten der militanten ultralinken Szene zu. Namen, Alter und Wohnorte wurden nicht veröffentlicht. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

Die Beschuldigten waren am 27. Juli wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie auf den Transport von Brand- oder Sprengmitteln angeklagt worden. Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen sie beabsichtigt haben, zu Baustellen auf der italienischen Seite der Alpenverbindung zu fahren. Am Mittwoch, dem 12. August, entschied ein Gericht gegen Untersuchungshaft. Die acht Menschen kamen unter gerichtlicher Aufsicht frei. Welche Auflagen damit verbunden sind, wurde nicht bekannt.

Ausgangspunkt der französischen Ermittlungen waren Hinweise italienischer Behörden vor einer Demonstration im Susatal im Piemont. Dort protestierte die No-Tav-Bewegung am 25. Juli gegen die im Bau befindliche Strecke zwischen Lyon und Turin. Am Rande des Alta-Felicita-Festivals kam es nach Angaben der italienischen Behörden zu schweren Auseinandersetzungen an mehreren Baustellen, darunter in Chiomonte.

Italienische Stellen meldeten zahlreiche verletzte Einsatzkräfte, beschädigte Anlagen und Fahrzeuge sowie die Sicherstellung gefährlicher Gegenstände. Mehr als 400 Personen seien kontrolliert oder identifiziert worden, darunter Menschen aus Frankreich, Belgien und Deutschland. Diese Ereignisse sind rechtlich von dem Pariser Verfahren zu trennen: Eine Beteiligung der acht Beschuldigten an den Ausschreitungen in Italien ist bislang öffentlich nicht festgestellt worden.

Nach Berichten über die Untersuchung hatten französische Sicherheitsbehörden vor den Festnahmen eine Gruppe von etwa zehn jungen Erwachsenen beobachtet. Die dabei gewonnenen Aufnahmen und Erkenntnisse deuteten aus Sicht der Staatsanwaltschaft auf Vorbereitungen zum Einsatz von Brandsätzen hin. Bei Durchsuchungen wurden elektronische Geräte sichergestellt. Die Verteidigung bestreitet die Vorwürfe und kritisiert, politische Aktivitäten würden zur Grundlage eines strafrechtlichen Verdachts gemacht.

Der Vorgang beruht auf einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit französischer und italienischer Behörden. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez würdigte laut Le Monde die europäische Kooperation. Gegenstand des Pariser Verfahrens ist ein mutmaßlicher Plan, nicht eine bereits gerichtlich festgestellte Tat.

Die Bahnverbindung Lyon-Turin zählt zu den umstrittensten Infrastrukturvorhaben im Alpenraum. Befürworter erwarten eine leistungsfähigere Schienenverbindung zwischen Frankreich und Italien, Gegner wenden sich unter anderem gegen Baufolgen und Kosten. Die Projektgesellschaft TELT bezifferte die Schäden nach den Ausschreitungen vom 25. Juli auf rund eine Million Euro. Nach ihren Angaben ist die Inbetriebnahme der Verbindung weiterhin für Ende 2033 vorgesehen.

Quellen

  • franceinfo
  • Le Monde
  • ANSA
  • Lyon Capitale
  • TELT

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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