Albi – 30.07.2026: Amanda Ngandu-Ntumba hat ihre Nichtnominierung für die Leichtathletik-Europameisterschaften mit scharfen Worten kommentiert. Auf Instagram schrieb die französische Diskuswerferin am Mittwoch von einem "enormen Gefühl der Ungerechtigkeit". Wenige Tage nach den nationalen Meisterschaften in Albi steht fest: Die Athletin des CA du Roannais gehört nicht zum französischen Aufgebot für Birmingham.
In der Auswahl des französischen Leichtathletikverbands für die Titelkämpfe vom 10. bis 16. August ist im Diskuswurf der Frauen allein Melina Robert-Michon aufgeführt. Die 47-Jährige, die seit vielen Jahren zu den prägenden Figuren der französischen Leichtathletik zählt, erzielte in dieser Saison 65,96 Meter. Damit übertraf sie die vom Verband festgelegte A-Norm von 65,50 Metern.
Ngandu-Ntumba stellte am 11. April in Angers mit 64,29 Metern eine persönliche Bestleistung auf. Sie blieb damit 1,21 Meter unter der A-Norm, übertraf jedoch deutlich die für Birmingham ausgewiesene B-Norm von 61 Metern. Darin liegt der Kern ihres Protests: Das Erreichen der niedrigeren Norm machte eine Nominierung möglich, begründete nach den Auswahlregeln aber keinen automatischen Anspruch auf einen Startplatz.
Bei den französischen Meisterschaften in Albi hatte Ngandu-Ntumba zudem ihre Vielseitigkeit unter Beweis gestellt. Sie gewann den nationalen Titel im Diskuswurf und siegte auch im Kugelstoßen mit 16,21 Metern. Zwei technische Wettbewerbe innerhalb einer Meisterschaft zu bestreiten, verlangt eine rasche Anpassung der Bewegungsabläufe und eine genaue Steuerung der Belastung. Für die Auswahlentscheidung genügte dieser Doppelerfolg dennoch nicht.
Der Verband orientierte sich offenbar stärker an den Aussichten auf eine vordere Platzierung bei der EM. Sébastien Homo, stellvertretender Manager des Programms für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles, hatte nach den Titelkämpfen in Albi erklärt, der Auswahlausschuss wolle Athletinnen und Athleten nominieren, denen ein individueller Rang unter den besten acht Europas zugetraut werde. Zugleich verwies er auf schwierige Abwägungen und mehrere Leistungsparameter.
Dass Ngandu-Ntumba die B-Norm klar erfüllt und sich Robert-Michons Saisonbestweite bis auf 1,67 Meter genähert hat, verlieh ihrer Bewerbung sportliches Gewicht. Die Entscheidung macht jedoch sichtbar, welchen Ermessensspielraum der Verband neben den formalen Normen beansprucht. Eine erfüllte B-Norm kennzeichnet demnach internationale Konkurrenzfähigkeit, ersetzt aber nicht die interne Prognose über die Erfolgsaussichten.
Frankreich wird in Birmingham somit allein von Robert-Michon vertreten. Ngandu-Ntumba bleibt eine Saisonbestleistung von 64,29 Metern, der nationale Meistertitel im Diskuswurf und ein öffentlich formulierter Widerspruch gegen die Auswahlentscheidung des eigenen Verbandes.
Quellen
- Franceinfo
- Fédération Française d'Athlétisme
- World Athletics
- European Athletics
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).