Politik & Gesellschaft

Amine Kessaci will den Kampf gegen den Drogenhandel aus dem Rathaus heraus fortsetzen

Marseilles Jugendstadtrat Amine Kessaci verbindet seinen Einsatz gegen den Drogenhandel künftig mit kommunaler Verantwortung. Als Präsident des Sozialwohnungsunternehmens Marseille Habitat sieht er zusätzliche Möglichkeiten, betroffene Familien und junge Menschen zu unterstützen.

Marseille – 24.07.2026: Der Kampf gegen den Drogenhandel in Marseille hat für Amine Kessaci längst ein persönliches Gesicht. Nun spricht der 22-Jährige über die Möglichkeiten, die ihm seine neuen kommunalen Ämter eröffnen. Als vierter Beigeordneter von Bürgermeister Benoît Payan verantwortet er Jugend, Bürgersinn und gesellschaftliches Engagement – und steht zugleich dem kommunalen Sozialwohnungsunternehmen Marseille Habitat vor.

Kessaci sagte im Gespräch mit Franceinfo, diese Funktionen verschafften ihm konkrete Handlungsspielräume. Sein Ansatz richtet sich nicht allein gegen die kriminellen Strukturen des Drogenhandels. Er will vor allem Familien von Opfern und junge Menschen in Vierteln erreichen, in denen Täter häufig mit dem Versprechen von schnellem Geld und Anerkennung werben.

Der Aktivist ist in Marseille seit Jahren als Stimme gegen den Drogenhandel bekannt. Sein Engagement ist auch von familiären Verlusten geprägt. Gerade deshalb ist seine neue Aufgabe mehr als ein üblicher Wechsel vom Vereinsleben in die Politik: Kessaci steht für den Versuch, Prävention, soziale Unterstützung und kommunale Verantwortung enger miteinander zu verbinden.

Die Stadt Marseille bestätigte seine Wahl zum vierten Beigeordneten am 28. März 2026. Eine offizielle Delegationsverfügung vom 15. April weist ihm unter anderem Zuständigkeiten für kommunale Anlaufstellen, Freiwilligendienste, bürgerschaftliches Engagement sowie den lokalen Rat für Sicherheit und Kriminalprävention zu. Damit ist er an Schnittstellen tätig, an denen soziale Fragen und Sicherheitsprobleme in der Stadt zusammenlaufen.

Hinzu kommt der Vorsitz von Marseille Habitat. Der Verwaltungsrat des mehrheitlich städtischen Sozialwohnungsunternehmens wählte Kessaci am 19. Mai zum Präsidenten. Das Unternehmen verwaltet nach Branchenangaben mehr als 3.500 Wohnungen. Für Kessaci ist die Wohnungspolitik dabei kein fernes Verwaltungsfeld: Sie kann für Familien, die nach Gewalttaten Schutz oder einen Neuanfang benötigen, unmittelbar wichtig werden.

Im Mittelpunkt steht nach seinen bisherigen öffentlichen Aussagen die Idee, betroffenen Angehörigen beim Umzug und bei der Unterbringung gezielter zu helfen. Marseille Habitat allein könne eine solche Aufgabe nicht lösen. Denkbar sei deshalb eine Zusammenarbeit mehrerer Wohnungsunternehmen und staatlicher Stellen, damit Familien nicht zwischen Zuständigkeiten und langen Wartelisten verloren gehen.

Die Sicherheitslage bleibt für Kessaci persönlich ernst. Nach Angaben von Franceinfo bestehen weiterhin Bedrohungen gegen ihn. Der neue Amtsinhaber will dennoch an seiner Linie festhalten: Jugendliche sollen nicht erst dann sichtbar werden, wenn Ermittler, Gerichte oder Notaufnahmen bereits mit den Folgen des Drogenhandels befasst sind. Seine politische Arbeit wird daran zu messen sein, ob aus diesem Anspruch verlässliche Hilfen im Alltag der Viertel entstehen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ville de Marseille
  • Marseille Habitat / Branchenberichterstattung
  • Marsactu

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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