Politik & Gesellschaft

Anzeige wegen ungenehmigter Brandschneise am Cap Ferret

Während des Waldbrands von Saumos ließ Benoît Bartherotte am Cap Ferret eine Brandschneise anlegen. Nun soll die Justiz klären, ob dabei Vorschriften verletzt wurden und wie die Behörden handelten.

Lège-Cap-Ferret – 27.08.2026: Eine während des Waldbrands von Saumos ohne vorherige Genehmigung angelegte Brandschneise beschäftigt nun die Justiz. Die Antikorruptionsvereinigung AC !! erstattete am 19. August Anzeige gegen Unbekannt. Sie verlangt eine Untersuchung der Umstände, unter denen Ende Juli Kiefern gefällt und nahe der Siedlung Cap Ferret eine breite Schneise gezogen wurde.

Veranlasst hatte die Arbeiten Benoît Bartherotte, Präsident der Association de défense de la pointe du Cap Ferret. Der 79-jährige frühere Geschäftsmann besitzt an der Spitze der Halbinsel ein rund vier Hektar großes Anwesen. Nach übereinstimmenden Medienberichten ließ er am 23. Juli Baumaschinen einsetzen, als sich das Feuer in Richtung der Halbinsel ausbreitete und Evakuierungen angeordnet wurden.

Die ersten Rodungen erfolgten ohne die erforderliche vorherige Zustimmung der Behörden und wurden zeitweise unterbrochen. Nachdem Bartherotte sich schriftlich an die Verwaltung gewandt hatte, erlaubte die Präfektur der Gironde am 28. Juli die Fortsetzung. Die Anzeige betrifft daher neben einer möglichen unerlaubten Rodung auch die Abfolge von privater Initiative, behördlichem Eingreifen und späterer Freigabe während einer akuten Gefahrenlage.

Eine persönliche strafrechtliche Verantwortung Bartherottes ist bislang nicht festgestellt. Die Anzeige richtet sich ausdrücklich gegen Unbekannt. Ob die Staatsanwaltschaft Bordeaux ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat, wurde zunächst nicht öffentlich bestätigt. Ebenso fehlt ein belastbarer Nachweis dafür, dass allein die Schneise die Ortschaft oder einzelne Häuser vor den Flammen bewahrte.

Bartherotte ist am Cap Ferret seit den frühen 1980er-Jahren eine einflussreiche und polarisierende Persönlichkeit. Seine Vereinigung organisiert und finanziert Maßnahmen gegen die Küstenerosion an der Spitze der Halbinsel. Dort treffen starke Meeresströmungen und wiederkehrende Sandverluste auf eine besonders wertvolle Bebauung. Frühere Arbeiten an einem von Bartherotte veranlassten Schutzbauwerk führten zu langjährigen Auseinandersetzungen über Eigentumsrechte, Genehmigungen und mögliche Folgen für die Küstendynamik.

Die staatlichen Stellen erkennen die außergewöhnliche Erosionsgefährdung des Küstenabschnitts grundsätzlich an. Eine Verfügung der Gironde aus dem Jahr 2024 behandelte auf Antrag von Bartherottes Vereinigung dringliche Sandumlagerungen. Der interkommunale Verband des Bassin d'Arcachon hatte zuvor erklärt, für diesen eng begrenzten Bereich keine eigenen Maßnahmen im Rahmen seines Hochwasser- und Küstenschutzauftrags vorzusehen. Dadurch erhielten private Akteure vor Ort eine ungewöhnlich starke Rolle.

Der Brand von Saumos war Anfang August nach Angaben der Präfektur eingedämmt, an der Küstenfront zunächst jedoch weiter aktiv. Die Bewohner konnten nach Lège-Cap-Ferret zurückkehren. Unabhängig davon wird nun geprüft, wer die Rodung veranlasste, auf welcher rechtlichen Grundlage sie fortgesetzt wurde und ob Verantwortliche gegen geltende Vorschriften verstießen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Präfektur der Gironde
  • Le Monde
  • HuffPost mit Agence France-Presse
  • Batirama

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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