Wirtschaft

Bercy erwägt Einschränkungen für globale ETF im französischen Aktiensparplan

Das französische Finanzministerium erwägt offenbar, bestimmte synthetische Indexfonds mit weltweiter Ausrichtung aus dem Aktiensparplan PEA auszuschließen. Eine parlamentarische Anfrage verlangt nun Klarheit über die möglichen Folgen für Millionen Sparer.

Paris – 25.08.2026: Überlegungen zu einer Reform des französischen Aktiensparplans PEA sorgen unter privaten Anlegern für Unruhe. Nach einem Bericht von Franceinfo könnte das Finanzministerium bestimmte synthetische börsengehandelte Indexfonds ausschließen, die Anlegern Zugang zu Märkten außerhalb Europas verschaffen. Eine am Dienstag veröffentlichte parlamentarische Anfrage verlangt von der Regierung eine offizielle Stellungnahme. Eine Entscheidung oder ein entsprechender Gesetzentwurf liegt bislang nicht vor.

Betroffen wären vor allem ETF, mit denen Sparer innerhalb eines PEA die Entwicklung amerikanischer oder weltweiter Aktienindizes abbilden. Diese Fonds investieren formal überwiegend in europäische Wertpapiere, tauschen deren Rendite jedoch über Verträge mit Banken gegen die Wertentwicklung eines anderen Index. So können Anleger über den PEA etwa am S&P 500, am Nasdaq oder am MSCI World teilhaben, obwohl der Sparplan grundsätzlich Kapital in europäische Unternehmen lenken soll.

Der Abgeordnete Corentin Le Fur von der konservativen Fraktion Droite Républicaine verweist in seiner schriftlichen Anfrage auf Hinweise, wonach eine Änderung in den Haushaltsgesetzentwurf für 2027 aufgenommen werden könnte. Er fordert Auskunft darüber, ob die Regierung die Zulassung synthetischer ETF mit außereuropäischer Marktausrichtung tatsächlich begrenzen will. Das Wirtschaftsministerium hatte die Anfrage am Dienstag noch nicht beantwortet.

Die möglichen Folgen wären beträchtlich. Ende 2024 bestanden in Frankreich mehr als sieben Millionen PEA. Ihr verwaltetes Vermögen belief sich der Anfrage zufolge Ende März 2026 auf rund 125 Milliarden Euro. Branchenangaben, die auch Franceinfo anführt, beziffern das Volumen der unmittelbar betroffenen synthetischen ETF mit außereuropäischer Ausrichtung auf etwa 13,2 Milliarden Euro.

Der 1992 geschaffene PEA verbindet die private Aktienanlage mit steuerlichen Vergünstigungen. Nach fünf Jahren sind Erträge und Veräußerungsgewinne bei einer Auszahlung grundsätzlich von der Einkommensteuer befreit; Sozialabgaben werden weiterhin erhoben. Fonds können zugelassen werden, wenn sie die vorgeschriebenen europäischen Anlagequoten erfüllen. Die Debatte betrifft deshalb eine Besonderheit der Konstruktion: Das Fondsvermögen liegt überwiegend in Europa, während die wirtschaftliche Rendite an einen globalen Index gekoppelt sein kann.

Für Anleger ist zudem offen, wie bestehende Bestände behandelt würden. Diskutiert wird laut den vorliegenden Berichten eine Besitzstandsregelung, die bereits erworbene Anteile vor einem erzwungenen Verkauf oder steuerlichen Nachteilen schützen könnte. Verbindliche Angaben zu Umfang, Zeitpunkt und Übergangsbestimmungen gibt es jedoch nicht. Bis zu einer gesetzlichen Änderung bleiben die derzeit zugelassenen ETF im PEA handelbar.

Quellen

  • Franceinfo: Bericht über mögliche Einschränkungen für globale ETF im PEA
  • Assemblée nationale: Schriftliche Anfrage Nr. 17795 zur PEA-Zulassung von ETF
  • Service-Public: Regeln des Plan d'épargne en actions
  • La Tribune: Bericht über diskutierte Einschränkungen synthetischer ETF

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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