Paris – 26.08.2026: Frankreichs Gleichstellungsministerin Aurore Bergé hat zugesichert, dass die geplante Haushaltskonsolidierung nicht zulasten des Kampfes gegen Gewalt an Frauen und Kindern gehen werde. Die Mittel ihres Ressorts sollten 2027 weiter steigen, erklärte Bergé am Mittwoch. Ende September will die Regierung ihren Haushaltsentwurf vorlegen.
Die Zusage ist vor allem für jene Einrichtungen bedeutsam, deren Arbeit von jährlich bewilligten Zuschüssen abhängt: Beratungsstellen, Schutzunterkünfte, Opferhilfevereine sowie Programme zur Prävention und zur Begleitung betroffener Kinder. Wie hoch der angekündigte Aufwuchs ausfallen soll, sagte Bergé zunächst nicht. Auch die Verteilung der Mittel auf staatliche Programme, Präfekturen und zivilgesellschaftliche Träger dürfte erst mit dem Etatentwurf erkennbar werden.
Politisch fällt die Ankündigung in eine Phase erheblichen Konsolidierungsdrucks. Frankreichs Regierung muss die öffentlichen Ausgaben begrenzen und zugleich zahlreiche sozialpolitische Verpflichtungen finanzieren. Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische und innerfamiliäre Gewalt verteilen sich auf mehrere Ressorts, darunter Justiz, Inneres, Gesundheit und Soziales. Das Gleichstellungsministerium koordiniert die Präventionspolitik und fördert spezialisierte Organisationen. Sein eigener Etat ist im Vergleich zu den großen Sozial- und Sicherheitshaushalten klein, für viele Verbände jedoch unmittelbar relevant.
Nach Angaben des Ministeriums stieg das Budget für die Bekämpfung von Gewalt seit 2017 von 30 Millionen auf knapp 90 Millionen Euro. Für 2025 waren rund 50 Millionen Euro zur Unterstützung von Verbänden vorgesehen. Eine Erhöhung um 20 Prozent zwischen 2024 und 2025 sollte unter anderem die sogenannte Ségur-Zulage für die Informationszentren für Frauen- und Familienrechte absichern.
Die Regierung verweist außerdem auf den Ausbau konkreter Schutzinstrumente. Im Juli 2025 waren landesweit 6565 Notruftelefone für besonders gefährdete Menschen verfügbar; mehr als 5200 Geräte waren ausgegeben. Hinzu kamen über 760 elektronische Antiannäherungs-Armbänder. Für Frauen und ihre Kinder standen nach Ministeriumsangaben mehr als 11000 spezialisierte Notunterkunftsplätze bereit, mehr als doppelt so viele wie 2017.
Am 25. August 2026 startete Bergés Ressort zudem eine Informationskampagne gegen sexuelle und innerfamiliäre Gewalt auf französischen Autobahn- und Raststätten. Sie erstreckt sich nach Regierungsangaben auf knapp 270 Rastanlagen und 182 Servicebereiche. Plakate, Radiospots und geschultes Personal sollen Betroffene erreichen und ihnen den Zugang zu Hilfsangeboten erleichtern.
Bergés Erklärung setzt vor den Budgetverhandlungen eine politische Leitlinie, schafft aber noch keine rechtliche Garantie. Verbindlich werden Umfang, Verteilung und Zweckbindung der Mittel erst mit dem Haushaltsentwurf und den anschließenden Beratungen im Parlament. Bis dahin steht das öffentliche Versprechen der Ministerin, den Schutz vor Gewalt trotz des Spardrucks finanziell auszubauen.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Ministerium für Gleichstellung und Bekämpfung von Diskriminierung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).