Die Debatte über den Haushalt 2027 nimmt schon vor der politischen Rückkehr nach der Sommerpause konkrete Formen an. Roland Lescure wies am Montag die Idee einer allgemeinen "année blanche" zurück, also eines umfassenden Verzichts auf die Inflationsanpassung von Sozialleistungen und Renten. Die Regierung hält jedoch daran fest, bei besser gestellten Ruheständlern über einen geringeren Anstieg der Pensionen nachzudenken. Wo die Grenze gezogen würde und wie viel dadurch eingespart werden soll, ist weiterhin offen.
Parallel wird bei der Krankenversicherung eine bereits deutlich greifbarere Belastung vorbereitet. Die Obergrenzen für medizinische Selbstbeteiligungen und Pauschalen sollen zum 1. Oktober jeweils von 50 auf 70 Euro steigen. Wer beide Höchstbeträge ausschöpft, könnte damit jährlich bis zu 140 statt bislang 100 Euro selbst tragen. Die zunächst erwogene Verdoppelung der Deckel wurde nach Kritik aus dem Gesundheitswesen nicht weiterverfolgt.
Beide Vorgänge zeigen die politische Schwierigkeit der kommenden Budgetrunde: Das Kabinett sucht Einsparungen, versucht aber, breite und sofort spürbare Kürzungen zu vermeiden. Gerade Renten und Gesundheitsausgaben dürften deshalb zu zentralen Konfliktfeldern zwischen Regierung, Gewerkschaften und Opposition werden.