Das tägliche Briefing · Abendausgabe · Thema 2 von 3

Glucksmanns Kandidatur verschärft die Zerreißprobe der Linken

Raphaël Glucksmann hat seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2027 erklärt und will zuvor an einer Vorwahl mit dem Parti socialiste teilnehmen. Seine Positionierung gegen ein Bündnis mit La France insoumise macht die strategische Spaltung der Linken sichtbarer.

AbendausgabeWelche Themen beschäftigen die französische Presse am 24. August 2026 um 20:00 Uhr?

Haushaltsdruck, der offene Kampf um die linke Präsidentschaftskandidatur und Unwetter im Süden prägen den französischen Nachrichtenabend.

Mit der offiziellen Kandidatur von Raphaël Glucksmann beginnt die französische Linke ihre Präsidentschaftsvorbereitung früher und offener als viele erwartet hatten. Der Mitvorsitzende von Place publique kündigte an, 2027 antreten zu wollen, und stellt sich dafür einer gemeinsam mit dem Parti socialiste geplanten Vorwahl. Diese soll an den Wochenenden des 11. und 18. Oktober stattfinden.

Glucksmann verbindet seine Bewerbung mit einem klaren strategischen Angebot: eine sozialdemokratische Kandidatur, die sich von Jean-Luc Mélenchon und La France insoumise abgrenzt. Gerade diese Grenzziehung ist aber umstritten. Der PS will sich nicht ausdrücklich auf einen Verzicht auf jede spätere Zusammenarbeit mit LFI festlegen und hält damit mehrere Optionen offen.

Der Sommerausklang hat die Konkurrenzverhältnisse zugleich regional sichtbar gemacht. Während Mélenchon seine Anhänger bei der Sommeruniversität der Insoumis in der Drôme mobilisierte, kamen die Grünen in Grenoble zusammen; Glucksmann setzte den Fernsehauftritt dagegen als nationales Startsignal ein. Die Frage lautet nun weniger, ob die Linke mehrere Kandidaturen hervorbringt, sondern ob sie vor dem ersten Wahlgang noch zu einer tragfähigen Verständigung findet.

Grundlage des Briefings

Die zugrunde liegenden Medienquellen