Patrick Pouyanné hat die Präsidentschaftswahl 2027 ausdrücklich in die wirtschaftspolitische Debatte gezogen. Der Chef von Totalenergies erklärte, ein möglicher zweiter Wahlgang zwischen Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon beunruhige ihn; er kritisierte insbesondere den aus seiner Sicht starken Etatismus beider Programme und deren Umgang mit Staatsfinanzen, Steuern und Unternehmen.
Die Intervention ist mehr als eine Stellungnahme eines Konzernchefs. Nach den Debatten der vergangenen Tage bei der Unternehmervereinigung Medef wird sichtbar, dass sich die Kampagne früh um die Frage ordnet, wie Frankreich Wachstum, Kaufkraft, öffentliche Ausgaben und industrielle Investitionen verbinden soll. Pouyanné setzt dabei einen klar wirtschaftsliberalen Akzent.
Politisch bindet seine Kritik weder den Rassemblement national noch La France insoumise, sie erhöht aber den Druck auf alle Bewerber, ihre Finanzierung und ihre Haltung zur Unternehmensbesteuerung detaillierter zu erklären. Parallel haben Vertreter der Regierungsmehrheit betont, die Arbeit am Haushalt 2027 dürfe nicht durch den beginnenden Präsidentschaftswahlkampf blockiert werden.