Zum Auftakt der sozialistischen Sommerakademie in Blois hat Parteichef Olivier Faure einen fairen Wettbewerb für die geplante Vorwahl der sozialdemokratischen Linken zugesagt. Öffentliche Feindseligkeiten solle es in dieser Auseinandersetzung nicht geben. Ob Faure selbst für die Präsidentschaftswahl 2027 kandidiert, ließ er offen. Seine Botschaft richtet sich an ein Lager, das sich auf ein Auswahlverfahren verständigen muss, ohne die ohnehin schwierige Aussicht auf eine gemeinsame linke Kandidatur weiter zu schwächen.
Raphaël Glucksmann von Place publique ist bereits als Kandidat im Rennen und startet nach Einschätzung der AFP mit Rückenwind in das Treffen von Blois. Auch Boris Vallaud, der Vorsitzende der sozialistischen Abgeordneten, hat sich hinter ihn gestellt. Für Faure geht es damit um mehr als einen höflichen Ton: Die Partei muss klären, wie ihre interne Vorwahl organisiert wird und welche Kräfte daran teilnehmen sollen. Frühere Konflikte über Verfahren und Bündnisse haben gezeigt, dass diese Frage über die Chancen des späteren Kandidaten ebenso entscheidet wie das Programm.