Der Haushalt 2027 rückt noch vor seiner formalen Vorlage ins Zentrum der politischen rentrée. Raphaël Glucksmann, seit einer Woche Kandidat für die Präsidentschaftswahl, will nach eigenen Aussagen keine Sparpolitik mittragen, die soziale Leistungen oder Klimaschutz schwächt. Er stellt damit die Bereitschaft seiner Bewegung in Frage, einem Regierungstext ohne grundlegende Korrekturen den Weg zu ebnen, und hält die Möglichkeit eines Misstrauensantrags offen.
Die Auseinandersetzung ist zugleich ein Belastungstest für die Neuordnung der linken Parteien. Glucksmann wirbt für eine demokratische Linke ohne La France insoumise und setzt auf eine Vorwahl mit den Sozialisten. Im Haushalt versucht er, dieses Projekt mit konkreten Prioritäten zu verbinden: Investitionen, Schutz der öffentlichen Dienste und eine stärker belastende Besteuerung großer Vermögen gehören zu seiner politischen Linie.
Die Regierung muss ihren Etat Ende September vorlegen; die parlamentarische Lage bleibt schwierig. Aus dem zentristischen Lager kommt bereits die Warnung, dass eine Einigung kaum erreichbar sein könnte. Der Haushaltsstreit verschiebt sich damit früh in Richtung Präsidentschaftswahl 2027 und macht die Frage nach möglichen Mehrheiten im Parlament erneut akut.