Sébastien Lecornu startet in den politischen Herbst mit einem Haushalt, der zum letzten der Amtszeit Emmanuel Macrons werden soll. Le Figaro beschreibt die Lage als besonders heikel: Seit der Parlamentswahl von 2024 ist die Nationalversammlung in mehrere Lager geteilt, ohne dass eines von ihnen allein regieren kann. Damit wird die Verabschiedung des Budgets erneut zum zentralen Test für die Handlungsfähigkeit der Regierung.
In der Presse werden mehrere institutionelle Wege genannt, darunter ein Sondergesetz, Artikel 49.3 der Verfassung oder Verordnungen. Keiner dieser Wege ersetzt jedoch die politische Auseinandersetzung über die Einsparungen und Prioritäten, die im Haushalt festgelegt werden. Eine erzwungene Verabschiedung könnte zudem neue Misstrauensvoten auslösen.
Der Haushaltsstreit beginnt zudem wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl 2027. Für Parteien und mögliche Kandidaten ist er deshalb mehr als ein finanzpolitisches Verfahren: An Renten, öffentlichen Ausgaben und Steuern entscheidet sich, mit welchen sozialen und wirtschaftlichen Angeboten sie in den Wahlkampf gehen.