Angesichts weiter hoher Preise an den Zapfsäulen verlängert die Regierung ihre gezielten Kraftstoffhilfen. Landwirtschaftliche Betriebe erhalten im September und Oktober weiter 15 Cent je Liter für nicht auf der Straße genutzten Diesel, Fischer 25 Cent und Unternehmen des Bau- und öffentlichen Bauwesens 20 Cent. Die Branchenhilfen waren ursprünglich Ende August ausgelaufen.
Anders behandelt werden die privaten Haushalte: Das Antragsfenster für die 100-Euro-Pauschale für einkommensschwache Vielfahrer bleibt bis zum 30. September geöffnet. Die Maßnahme richtet sich an Menschen, die für den Arbeitsweg oder ihre berufliche Tätigkeit besonders stark auf ein Auto angewiesen sind. Le Parisien berichtet, dass die Regierung damit auf die anhaltend hohen Kraftstoffpreise reagiert, ohne einen allgemeinen Preisstopp einzuführen.
Die Straßentransporteure gehören nicht mehr zu den begünstigten Berufsgruppen. Das Energieministerium begründet dies damit, dass die Branche die Mehrkosten inzwischen über Verträge weitergeben könne. Für Fischerei, Landwirtschaft und Bau gilt diese Annahme offenbar nicht in gleicher Weise: Gerade dort treffen hohe Betriebskosten auf eine durch Dürre und schwache Erträge ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage. Die sektoralen Hilfen kosten den Staat nach Regierungsangaben rund 70 Millionen Euro pro Monat.