Paris – 31.07.2026: Der Widerstand gegen Gianni Infantinos Finanzplan wächst. Die Concacaf hat am Donnerstag, 30. Juli 2026, den Vorschlag abgelehnt, über die neue Gesellschaft FIFA Forward Enterprise private Investoren an den kommerziellen Erlösen des Weltverbands zu beteiligen. Der Regionalverband vertritt 41 Fußballverbände aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik.
Die Entscheidung fiel nach Beratungen der Verbandspräsidenten mit Concacaf-Präsident Victor Montagliani, Mitgliedern des Regionalrats und den Vertretern der Region im FIFA-Rat. In ihrer Stellungnahme kritisierte die Concacaf vor allem das Verfahren: Der Plan sei ohne ausreichende vorherige Beratung vorgelegt worden, die Frist künstlich verkürzt und eine Prüfung durch die zuständigen FIFA-Gremien umgangen worden. Die Zukunft des Fußballs müsse in den Händen der Fußballgemeinschaft bleiben.
Kern des Projekts ist FIFA Forward Enterprise, eine neue Tochtergesellschaft, in der die FIFA ihre kommerziellen und veranstaltungsbezogenen Aktivitäten bündeln will. Nach Angaben des Weltverbands soll die FIFA die Kontrolle über das Unternehmen sowie die alleinige Zuständigkeit für Wettbewerbe, Regelwerk und Spielkalender behalten. Externe Kapitalgeber könnten sich jedoch mit bis zu 20 Prozent beteiligen.
Die FIFA verbindet das Modell mit höheren Zahlungen an ihre 211 Mitgliedsverbände. Für den Zyklus von 2027 bis 2030 stellte sie bis zu 20 Millionen US-Dollar pro Verband in Aussicht. Im laufenden Forward-Programm sind für den Vierjahreszeitraum von 2023 bis 2026 bis zu acht Millionen US-Dollar vorgesehen. Die Mitgliedsverbände sollen nach dem Zeitplan der FIFA bis zum 19. September 2026 über den Vorschlag abstimmen.
Aus Sicht der Concacaf liegt das Problem gerade in der Verknüpfung von Entwicklungsfinanzierung und privater Kapitalbeteiligung. Der Verband bezweifelt, dass nach den hohen Einnahmen der jüngsten Weltmeisterschaft überhaupt Geld von Finanzinvestoren benötigt wird. Seine Vertreter sollen stattdessen prüfen, wie sich vorhandene FIFA-Reserven stärker für die Fußballförderung einsetzen lassen.
Sportpolitisch ist das Votum ein empfindlicher Rückschlag für Infantino. Zuvor hatten bereits die UEFA und ihre 55 Nationalverbände den Vorschlag geschlossen verworfen und mit einem Boykott von FIFA-Wettbewerben gedroht. Die Concacaf geht in ihrer Erklärung weniger weit. Ihr Nein entzieht dem Projekt jedoch ausgerechnet in jener Region Rückhalt, in der Kanada, Mexiko und die USA die Weltmeisterschaft 2026 ausgerichtet haben.
Hinter dem Streit um Beteiligungsquoten steht damit die Frage, wer langfristig über die Vermarktung der wertvollsten FIFA-Wettbewerbe verfügt. Die Concacaf hat ihre Vertreter im FIFA-Rat beauftragt, die gemeinsame Position ihrer 41 Mitgliedsverbände in den weiteren Beratungen zu vertreten.
Quellen
- Concacaf
- FIFA
- Associated Press
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).