Politik & Gesellschaft

Cyberangriffe treffen Feuerwehrdienste im Gard und in der Moselle

Nach mutmaßlichen Datenabflüssen haben die Feuerwehrdienste im Gard und in der Moselle Anzeige erstattet. Allein im Gard könnten mehr als 3.000 Beschäftigte betroffen sein.

Nîmes – 01.09.2026: Die Feuerwehrdienste der Départements Gard und Moselle sind Ziel von Cyberangriffen geworden. Beide Einrichtungen haben nach Angaben von Franceinfo Anzeige erstattet. Im Gard wurde der Vorfall am Montag, 31. August, öffentlich bestätigt. Dort geht es um personenbezogene Daten von Beschäftigten; Herkunft und Ausmaß des Angriffs werden noch technisch untersucht.

Der Service départemental d'incendie et de secours du Gard, kurz SDIS 30, teilte mit, mehrere IT-Anwendungen seien vorsorglich abgeschaltet worden. Die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr sei jedoch nicht beeinträchtigt. Notrufe würden weiterhin entgegengenommen, Einsätze liefen regulär. Parallel sichert der Dienst seine Systeme und informiert die möglicherweise betroffenen Beschäftigten.

Nach Recherchen des Regionalmediums Objectif Gard umfasst ein im Internet verbreiteter Datensatz 3.757 Zeilen mit Angaben zu 3.168 Personen. Darin sollen Namen, Vornamen, interne Kennungen und Informationen zu Nutzerkonten enthalten sein. Medien berichten zudem über besonders sensible Inhalte wie Ausweiskopien oder Bankverbindungen. Ob auch solche Dokumente tatsächlich abgeflossen sind, war zunächst nicht abschließend bestätigt.

Auch der Feuerwehr- und Rettungsdienst der Moselle bestätigte einen Angriff, von dem einzelne Feuerwehrangehörige betroffen sein sollen. Wie viele Menschen und welche Datenarten gefährdet sind, teilte die Einrichtung zunächst nicht mit. Der Dienst hat seinen Sitz in Saint-Julien-lès-Metz und organisiert den Brand- und Katastrophenschutz sowie Rettungseinsätze im Département.

Die Vorfälle beschränken sich offenbar nicht auf diese beiden Einrichtungen. Nach Angaben von TF1 waren auch Feuerwehrdienste in den Bouches-du-Rhône, im Bas-Rhin und in den Vogesen von Datenabflüssen betroffen. Mehrere Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet. Im Internet wurde zwar die Verantwortung für die Angriffe beansprucht, doch ist diese Behauptung bislang nicht unabhängig bestätigt. Auch die Behörden machten keine Angaben zu möglichen Tätern oder deren Motiven.

Für die betroffenen Feuerwehrleute wächst damit vor allem die Gefahr gezielter Betrugsversuche. Kriminelle können persönliche Angaben nutzen, um glaubwürdig wirkende E-Mails, Kurznachrichten oder Anrufe zu verfassen. Die französische Datenschutzbehörde CNIL empfiehlt nach Datenlecks, unerwartete Nachrichten sorgfältig zu prüfen, keine weiteren persönlichen Informationen preiszugeben und darin enthaltene Links nicht zu öffnen. Auch Passwörter, die bei mehreren Diensten verwendet werden, sollten geändert werden.

Die betroffenen Einrichtungen müssen nun feststellen, welche Informationen entwendet wurden und welches Risiko daraus entsteht. Nach der europäischen Datenschutz-Grundverordnung sind Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten der zuständigen Aufsichtsbehörde grundsätzlich binnen 72 Stunden zu melden, sofern ein Risiko für die Rechte und Freiheiten der Betroffenen besteht. Der SDIS 30 versicherte unterdessen, dass seine operativen Aufgaben trotz der vorübergehenden Abschaltung einzelner Anwendungen fortgeführt würden.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info
  • Objectif Gard
  • CNIL

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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