Kultur

“Des Fleurs pour Tokyo”: Eine Familie in den Trümmern der Erinnerung

Yuiga Danzukas erster Langfilm startet am 5. August in Frankreich. Das 2025 in Cannes vorgestellte Drama erzählt von einer entfremdeten Familie und einem Shibuya im radikalen Umbau.

Paris – 02.08.2026: Drei Tage vor dem französischen Kinostart bringt Nour Films Yuiga Danzukas Debüt "Des Fleurs pour Tokyo" in die Kinos. Der 115 Minuten lange japanische Film wurde 2025 in der Quinzaine des Cinéastes in Cannes uraufgeführt und konkurrierte dort um die Caméra d'Or, die Auszeichnung für erste Langfilme. Nun erreicht er das französische Publikum als zurückhaltendes Familiendrama, das private Trauer mit den Umbrüchen der japanischen Hauptstadt verbindet.

Im Zentrum steht Ren, der in Shibuya Phalaenopsis-Orchideen ausliefert, jene makellos wirkenden Blumen, die in Japan häufig zu festlichen Anlässen verschenkt werden. Hinter seiner stillen Tätigkeit verbirgt sich eine schroffe Biografie: Als Kind verlor Ren seine Mutter durch Suizid. Zu seinem Vater Hajime, einem erfolgreichen Landschaftsarchitekten, hat er seit Langem kaum Kontakt.

Eine Lieferung führt Ren ausgerechnet in eine Galerie, in der Hajime ausstellt. Das zufällige Wiedersehen setzt jedoch keine melodramatische Versöhnung in Gang. Danzuka lässt den Sohn, den Vater und Rens Schwester Emi vielmehr an ihren alten Verletzungen entlanggehen. Emi bereitet ihre Hochzeit vor und begegnet dem Wunsch nach familiärer Annäherung mit nüchterner Distanz. Die Weigerung, Trauer in eine tröstliche Auflösung zu überführen, verleiht dem Film seine leise Unruhe.

Tokio dient dabei nicht bloß als Kulisse. Die Handlung führt durch ein Shibuya, dessen fortwährender Umbau Menschen, vertraute Orte und Erinnerungen aus dem Stadtbild zu drängen scheint. Ren beobachtet, wie Wohnungslose im Zuge neuer Bauprojekte verdrängt werden. Diese Entwicklung berührt zugleich das Berufsleben seines Vaters, der Räume für andere entwirft. Stadtplanung wird zur Folie einer Familie, deren gemeinsames Zuhause längst zerfallen ist.

Danzuka, 1998 in Tokio geboren, studierte zunächst Umwelt- und Informationswissenschaften an der Keio-Universität und anschließend an der Film School of Tokyo. Dort wurde er von Kunitoshi Manda und dem Drehbuchautor Takashi Ujita unterrichtet. Das von Danzuka selbst verfasste Drehbuch verbindet Architektur, Arbeit und private Erinnerung, ohne die Parallelen demonstrativ auszubuchstabieren.

Kodai Kurosaki spielt Ren, Ken'ichi Endo dessen Vater Hajime. Haruka Igawa ist als Yumiko zu sehen, die verstorbene Mutter, deren Verlust die Familie weiterhin prägt; Mai Kiryu verkörpert Emi. Das Ensemble behandelt die Vergangenheit nicht als Rätsel, das sich mit einer Enthüllung lösen ließe. "Des Fleurs pour Tokyo" startet am Mittwoch, dem 5. August 2026, in Frankreich im japanischen Original mit französischen Untertiteln.

Quellen

  • Nour Films
  • Quinzaine des Cinéastes
  • L'Officiel des spectacles
  • Franceinfo

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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